Mehr Licht in Zellendorf und alte Obstsorten in Dahme/Mark
Auf neuen Wegen in die Zukunft: In Brandenburgs Gemeinden bringen Flurneuordnungen frischen Wind in die Infrastruktur und öffnen Türen zu unberührten Naturerlebnissen und nachhaltiger Landwirtschaft. Wie schafft es ein Flurbereinigungsverfahren dies umzusetzen?
Flurneuordnung ist ein Verfahren, das darauf abzielt, landwirtschaftliche Flächen und die dazugehörige Infrastruktur zu verbessern. Dafür werden Felder und Wiesen neu aufgeteilt, sodass sie besser bewirtschaftet werden können. Wege und Straßen werden ausgebaut oder neu angelegt, damit Landwirte und Besucher die Gebiete leichter erreichen können. Außerdem werden Maßnahmen ergriffen, um die Natur zu schützen und zu pflegen, dazu gehört zum Beispiel die Schaffung von Biotopen oder Gewässern. So hilft die Flurneuordnung nicht nur der Landwirtschaft, sondern trägt auch zur Erhaltung der Natur und zur Entwicklung des ländlichen Raums bei, was wiederum den Tourismus und die Lebensqualität der Gemeinden verbessert.
In den letzten Wochen erreichten die Verfahren Oehna, Dahme und Breiter Graben wichtige Meilensteine:
Auf neuen Wegen in die Zukunft: In Brandenburgs Gemeinden bringen Flurneuordnungen frischen Wind in die Infrastruktur und öffnen Türen zu unberührten Naturerlebnissen und nachhaltiger Landwirtschaft. Wie schafft es ein Flurbereinigungsverfahren dies umzusetzen?
Flurneuordnung ist ein Verfahren, das darauf abzielt, landwirtschaftliche Flächen und die dazugehörige Infrastruktur zu verbessern. Dafür werden Felder und Wiesen neu aufgeteilt, sodass sie besser bewirtschaftet werden können. Wege und Straßen werden ausgebaut oder neu angelegt, damit Landwirte und Besucher die Gebiete leichter erreichen können. Außerdem werden Maßnahmen ergriffen, um die Natur zu schützen und zu pflegen, dazu gehört zum Beispiel die Schaffung von Biotopen oder Gewässern. So hilft die Flurneuordnung nicht nur der Landwirtschaft, sondern trägt auch zur Erhaltung der Natur und zur Entwicklung des ländlichen Raums bei, was wiederum den Tourismus und die Lebensqualität der Gemeinden verbessert.
In den letzten Wochen erreichten die Verfahren Oehna, Dahme und Breiter Graben wichtige Meilensteine:
| Verfahren | Breiter Graben | Dahme | Oehna |
|---|---|---|---|
| Landkreis | Elbe-Elster | Teltow-Fläming | Teltow-Fläming |
| Anordnung | 06.06.2007 | 16.11.2007 | 22.04.2004 |
| Fläche | 852 ha | 1.589 ha | 6.300 ha |
| Flurstücke | vorher 957 nachher 318 |
vorher 1.970 nachher 770 |
vorher 4.276 nachher 2.321 |
| Eigentümer | 285 | 583 | circa 900 |
| Investitionen | circa 3,5 Mio. Euro | circa 1,1 Mio Euro | circa 5,5 Mio. Euro |
| Schlussfeststellung | 25.11.2025 | 27.11.2025 | 30.10.2025 |
| Verfahren | Breiter Graben | Dahme | Oehna |
|---|---|---|---|
| Landkreis | Elbe-Elster | Teltow-Fläming | Teltow-Fläming |
| Anordnung | 06.06.2007 | 16.11.2007 | 22.04.2004 |
| Fläche | 852 ha | 1.589 ha | 6.300 ha |
| Flurstücke | vorher 957 nachher 318 |
vorher 1.970 nachher 770 |
vorher 4.276 nachher 2.321 |
| Eigentümer | 285 | 583 | circa 900 |
| Investitionen | circa 3,5 Mio. Euro | circa 1,1 Mio Euro | circa 5,5 Mio. Euro |
| Schlussfeststellung | 25.11.2025 | 27.11.2025 | 30.10.2025 |
Das Hauptziel des Verfahrens Breiter Graben war die Renaturierung des „Breiten Grabens“ nach den Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Neben der Renaturierung wurde auch der Ausbau des Wirtschaftsweges sowie die Entsiegelung des ehemaligen Flugplatzes umgesetzt.
Das Projekt ist ein gelungenes Beispiel für den Einsatz der Flurbereinigung bei Vorhaben der Gewässerentwicklung. Mit Hilfe der Flurbereinigung konnten die für die Renaturierung des Breiten Grabens erforderlichen Flächen bereitgestellt und vorhandene Nutzungskonflikte aufgelöst werden.
Gewässerentwicklungsvorhaben verbessern den ökologischen Zustand des Gewässers, beispielsweise durch das Anlegen von Gewässerrandstreifen, den Rückbau von Verrohrungen oder den Einbau von Sohlschwellen. In vielen Fällen befinden sich die für die Gewässerentwicklung benötigten Flächen jedoch nicht im Eigentum des Projektträgers, wodurch eine reibungslose Umsetzung zumindest erschwert oder gar nicht möglich ist. Um die nötigen Flächen entweder zu erwerben oder langfristige Nutzungserlaubnisse zu erhalten, sind Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern erforderlich. Dabei kann die Landentwicklung durch Flurbereinigung unter Einbeziehung der Grundstückseigentümer und relevanter Akteure unterstützen. Durch Flächenmanagement und zukunftsfähige Neugestaltung der Grundstücke werden Nutzungskonflikte aufgelöst und Interessenausgleiche eigentums- und umweltverträglich umgesetzt.
So erhielt der Breite Graben wieder einen schlängelnden, auentypischen Gewässerverlauf. Gewässerverrohrungen wurden zurückgebaut, Drainagen und Einmündungen wurden eingebunden und die ökologische Durchgängigkeit durch den Rückbau von zwei Wehren und sechs Stauanlagen verbessert. Die Abflussquerschnitte wurden neu profiliert, so dass es nun wieder ein naturnahes Niedrigwasser- und Hochwasserprofil gibt. Außerdem wurde ein Verbindungskorridor zwischen den angrenzenden FFH-Gebieten geschaffen. Dabei wurden auch 484 Hybrid-Pappeln und 485 Großgehölzen gefällt und durch 3.988 gebietsheimische Gehölze ersetzt. Die umgesetzten Ausgleichsmaßnahmen kommen Fledermäusen und Brutvögeln zugute.
Auf dem ehemaligen Flugplatz wurden 135 qm Beton in einer Stärke von 16 cm zurückgebaut und durch einen asphaltierten Weg mit beiderseitigen Banketten ersetzt. Auf der Strecke von 3.400 m finden sich nun auch sechs Wegeanbindungen, sechs Ausweichstellen, 30 Zufahrten und drei erneuerte Durchlässe. Drei Aufpflasterungen dienen zur Verkehrsberuhigung.
Das Hauptziel des Verfahrens Breiter Graben war die Renaturierung des „Breiten Grabens“ nach den Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Neben der Renaturierung wurde auch der Ausbau des Wirtschaftsweges sowie die Entsiegelung des ehemaligen Flugplatzes umgesetzt.
Das Projekt ist ein gelungenes Beispiel für den Einsatz der Flurbereinigung bei Vorhaben der Gewässerentwicklung. Mit Hilfe der Flurbereinigung konnten die für die Renaturierung des Breiten Grabens erforderlichen Flächen bereitgestellt und vorhandene Nutzungskonflikte aufgelöst werden.
Gewässerentwicklungsvorhaben verbessern den ökologischen Zustand des Gewässers, beispielsweise durch das Anlegen von Gewässerrandstreifen, den Rückbau von Verrohrungen oder den Einbau von Sohlschwellen. In vielen Fällen befinden sich die für die Gewässerentwicklung benötigten Flächen jedoch nicht im Eigentum des Projektträgers, wodurch eine reibungslose Umsetzung zumindest erschwert oder gar nicht möglich ist. Um die nötigen Flächen entweder zu erwerben oder langfristige Nutzungserlaubnisse zu erhalten, sind Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern erforderlich. Dabei kann die Landentwicklung durch Flurbereinigung unter Einbeziehung der Grundstückseigentümer und relevanter Akteure unterstützen. Durch Flächenmanagement und zukunftsfähige Neugestaltung der Grundstücke werden Nutzungskonflikte aufgelöst und Interessenausgleiche eigentums- und umweltverträglich umgesetzt.
So erhielt der Breite Graben wieder einen schlängelnden, auentypischen Gewässerverlauf. Gewässerverrohrungen wurden zurückgebaut, Drainagen und Einmündungen wurden eingebunden und die ökologische Durchgängigkeit durch den Rückbau von zwei Wehren und sechs Stauanlagen verbessert. Die Abflussquerschnitte wurden neu profiliert, so dass es nun wieder ein naturnahes Niedrigwasser- und Hochwasserprofil gibt. Außerdem wurde ein Verbindungskorridor zwischen den angrenzenden FFH-Gebieten geschaffen. Dabei wurden auch 484 Hybrid-Pappeln und 485 Großgehölzen gefällt und durch 3.988 gebietsheimische Gehölze ersetzt. Die umgesetzten Ausgleichsmaßnahmen kommen Fledermäusen und Brutvögeln zugute.
Auf dem ehemaligen Flugplatz wurden 135 qm Beton in einer Stärke von 16 cm zurückgebaut und durch einen asphaltierten Weg mit beiderseitigen Banketten ersetzt. Auf der Strecke von 3.400 m finden sich nun auch sechs Wegeanbindungen, sechs Ausweichstellen, 30 Zufahrten und drei erneuerte Durchlässe. Drei Aufpflasterungen dienen zur Verkehrsberuhigung.
Der besondere Zweck des Bodenordnungsverfahrens Dahme bestand in der Feststellung und Neuordnung der zersplitterten Eigentumsflächen, der eigentumsrechtlichen Regelung des vorhandenen Wege- und Gewässersystems und der Auflösung von Landnutzungskonflikten.
Im Laufe des Verfahrens setzte die Teilnehmergemeinschaft viele verschiedene Bau- und Pflanzmaßnahmen um. So wurde beispielsweise die alte Flughafenstraße in zwei Bauabschnitten von 10 m Breite auf 3,50 m entsiegelt und grundhaft neu ausgebaut. Auch der Fasanerieweg, der Bollensdorfer Weg und der Buchhorstweg sind in Umsetzung des Wege- und Gewässerplanes ausgebaut worden.
Als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme für den Eingriff des Wegeausbaus entschied sich der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft für die Pflanzung von 28 Hochstämmen alter Obstbaumsorten am Fasanerieweg (Äpfel, Kirschen und Pflaumen).
Der besondere Zweck des Bodenordnungsverfahrens Dahme bestand in der Feststellung und Neuordnung der zersplitterten Eigentumsflächen, der eigentumsrechtlichen Regelung des vorhandenen Wege- und Gewässersystems und der Auflösung von Landnutzungskonflikten.
Im Laufe des Verfahrens setzte die Teilnehmergemeinschaft viele verschiedene Bau- und Pflanzmaßnahmen um. So wurde beispielsweise die alte Flughafenstraße in zwei Bauabschnitten von 10 m Breite auf 3,50 m entsiegelt und grundhaft neu ausgebaut. Auch der Fasanerieweg, der Bollensdorfer Weg und der Buchhorstweg sind in Umsetzung des Wege- und Gewässerplanes ausgebaut worden.
Als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme für den Eingriff des Wegeausbaus entschied sich der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft für die Pflanzung von 28 Hochstämmen alter Obstbaumsorten am Fasanerieweg (Äpfel, Kirschen und Pflaumen).
Auch im Flurbereinigungsverfahren Oehna wurden im Laufe des Verfahrens viele verschiedene Bau- und Planzmaßnahmen umgesetzt. Flurstücke wurden auch in den Ortslagen vermessen, arrondiert und damit konnte ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung des ländlichen Raumes und zur Dorferneuerung im Land Brandenburg geleistet werden. So wurden beispielsweise in Oehna die Straße „Hinter den Gärten“ ausgebaut, der Gehweg erneuert und die Grundstückszufahrten hergestellt.
In Zellendorf wurde die Straßenbeleuchtung erneuert, Straßen und Wege in den Ortslagen Bochow, Langenlipsdorf und Rohrbeck grundhaft erneuert, ein Regenwasserrückhaltebecken in Oehna oder auch Wege in der Feldflur gebaut und modernisiert, Zufahrten an Bundes- und Landesstraßen oder auch Feldzufahrten hergestellt. Bekanntestes Beispiel für den ländlichen Wegebau ist der durch das Verfahrensgebiet verlaufende Skaterweg. Für den erforderlichen Ausgleich und Ersatz wurden beispielsweise Flächen entsiegelt, eine Stallanlage in Bochow abgerissen, Feldhecken gepflanzt oder auch Gewässersaumstreifen angelegt und entwickelt.
Pufferstreifen an Stillgewässern oder auch Feldhecken sind als physische Barriere konzipiert, die den Nährstoffabtrag durch Erosion reduzieren und die Biodiversität fördern, indem sie Lebensraum für Pflanzen und Tiere schaffen. Diese Maßnahmen unterstützen das Ökosystem im Verfahrensgebiet und fördern die Artenvielfalt.
Auch im Flurbereinigungsverfahren Oehna wurden im Laufe des Verfahrens viele verschiedene Bau- und Planzmaßnahmen umgesetzt. Flurstücke wurden auch in den Ortslagen vermessen, arrondiert und damit konnte ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung des ländlichen Raumes und zur Dorferneuerung im Land Brandenburg geleistet werden. So wurden beispielsweise in Oehna die Straße „Hinter den Gärten“ ausgebaut, der Gehweg erneuert und die Grundstückszufahrten hergestellt.
In Zellendorf wurde die Straßenbeleuchtung erneuert, Straßen und Wege in den Ortslagen Bochow, Langenlipsdorf und Rohrbeck grundhaft erneuert, ein Regenwasserrückhaltebecken in Oehna oder auch Wege in der Feldflur gebaut und modernisiert, Zufahrten an Bundes- und Landesstraßen oder auch Feldzufahrten hergestellt. Bekanntestes Beispiel für den ländlichen Wegebau ist der durch das Verfahrensgebiet verlaufende Skaterweg. Für den erforderlichen Ausgleich und Ersatz wurden beispielsweise Flächen entsiegelt, eine Stallanlage in Bochow abgerissen, Feldhecken gepflanzt oder auch Gewässersaumstreifen angelegt und entwickelt.
Pufferstreifen an Stillgewässern oder auch Feldhecken sind als physische Barriere konzipiert, die den Nährstoffabtrag durch Erosion reduzieren und die Biodiversität fördern, indem sie Lebensraum für Pflanzen und Tiere schaffen. Diese Maßnahmen unterstützen das Ökosystem im Verfahrensgebiet und fördern die Artenvielfalt.
23. Dezember 2025
23. Dezember 2025