Zahlen und Fakten: Agrarökonomie

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Ausgewählte Ergebnisse der Testbetriebsbuchführung

Am Testbetriebsnetz des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) nahmen für das Land Brandenburg insgesamt 301 landwirtschaftliche und gartenbauliche Unternehmen unterschiedlicher Rechts- und Betriebsformen teil. Die für dieses Bundesprojekt seitens der Betriebe freiwillig zur Verfügung gestellten Jahresabschlüsse im sogenannten BMEL-Format bilden das Fundament für die folgenden Auswertungen. In den horizontalen Betriebsvergleich sind Jahresabschlüsse mit dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 und 30. Juni 2021 einbezogen, weil beiden Abrechnungszeiträumen die Ernte des Jahres 2020 zugrunde liegt. Der vertikale Betriebsvergleich umfasst ausschließlich Betriebe, deren Jahresabschluss für jedes einzelne Jahr des Auswertungszeitraumes eingereicht wurde, sogenannte identische Betriebe.

Am Testbetriebsnetz des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) nahmen für das Land Brandenburg insgesamt 301 landwirtschaftliche und gartenbauliche Unternehmen unterschiedlicher Rechts- und Betriebsformen teil. Die für dieses Bundesprojekt seitens der Betriebe freiwillig zur Verfügung gestellten Jahresabschlüsse im sogenannten BMEL-Format bilden das Fundament für die folgenden Auswertungen. In den horizontalen Betriebsvergleich sind Jahresabschlüsse mit dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 und 30. Juni 2021 einbezogen, weil beiden Abrechnungszeiträumen die Ernte des Jahres 2020 zugrunde liegt. Der vertikale Betriebsvergleich umfasst ausschließlich Betriebe, deren Jahresabschluss für jedes einzelne Jahr des Auswertungszeitraumes eingereicht wurde, sogenannte identische Betriebe.

  • Wirtschaftsjahr 2020/21

    227 identische Brandenburger Testbetriebe in konventioneller Bewirtschaftung ernteten im Jahr 2020 je Hektar durchschnittlich 53 Dezitonnen Getreide und 33,7 Dezitonnen Winterraps. Sie erzielten somit elf beziehungsweise 38 Prozent höhere Erträge als zur Ernte 2019. Gegenüber dem Vorjahreswert stieg der durchschnittliche Verkaufserlös für Getreide nur um ein halbes Prozent auf 156 Euro je Tonne und für Winterraps um 5,6 Prozent auf 396 Euro je Tonne. Der Naturalertrag und Erzeugerpreis für Getreide entsprach in etwa dem achtjährigen Mittelwert, Winterraps verzeichnete diesbezüglich überdurchschnittliche Ergebnisse.

    Die im Vorjahr äußerst progressive Preisentwicklung in der Schweineproduktion verkehrte sich im Zuge der Afrikanischen Schweinepest mit dramatischem Preisverfall in ihr Gegenteil. Der mittlere Milchpreis blieb – bei vergleichsweise geringer Volatilität – gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 33,02 Euro je Dezitonne im Jahresdurchschnitt nahezu konstant und entsprach dem langjährigen Mittelwert. Das Milchleistungsniveau hat sich kaum verändert und ist mit 9.675 Kilogramm je Kuh und Jahr im Durchschnitt aller Betriebe nach wie vor sehr hoch. Einen positiven Verlauf verzeichneten die Verkaufserlöse für Schafe, Schafwolle und Mastrinder.

    227 identische Brandenburger Testbetriebe in konventioneller Bewirtschaftung ernteten im Jahr 2020 je Hektar durchschnittlich 53 Dezitonnen Getreide und 33,7 Dezitonnen Winterraps. Sie erzielten somit elf beziehungsweise 38 Prozent höhere Erträge als zur Ernte 2019. Gegenüber dem Vorjahreswert stieg der durchschnittliche Verkaufserlös für Getreide nur um ein halbes Prozent auf 156 Euro je Tonne und für Winterraps um 5,6 Prozent auf 396 Euro je Tonne. Der Naturalertrag und Erzeugerpreis für Getreide entsprach in etwa dem achtjährigen Mittelwert, Winterraps verzeichnete diesbezüglich überdurchschnittliche Ergebnisse.

    Die im Vorjahr äußerst progressive Preisentwicklung in der Schweineproduktion verkehrte sich im Zuge der Afrikanischen Schweinepest mit dramatischem Preisverfall in ihr Gegenteil. Der mittlere Milchpreis blieb – bei vergleichsweise geringer Volatilität – gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 33,02 Euro je Dezitonne im Jahresdurchschnitt nahezu konstant und entsprach dem langjährigen Mittelwert. Das Milchleistungsniveau hat sich kaum verändert und ist mit 9.675 Kilogramm je Kuh und Jahr im Durchschnitt aller Betriebe nach wie vor sehr hoch. Einen positiven Verlauf verzeichneten die Verkaufserlöse für Schafe, Schafwolle und Mastrinder.

    © LELF

    Im Mittel der 227 konventionell wirtschaftenden Haupterwerbsbetriebe stiegen die betrieblichen Erträge um 30 Euro, die betrieblichen Aufwendungen um fünf Euro je Hektar im Vergleich zum Vorjahr (Abbildung T.21.1). Gewinnerhöhend wirkten insbesondere die steigenden Umsätze aus dem Marktfruchtbau, gewinnmindernd geringere Umsatzerlöse aus der Schweineproduktion. Der Rückgang der öffentlichen Zulagen und Zuschüsse ist nahezu ausschließlich auf verminderte Beihilfen für Notlagen zurückzuführen: Der höhere Betrag im Abrechnungszeitraum 2019/20 resultiert aus abschließenden Zahlungen im Rahmen der staatlichen Dürrebeihilfe. Die Bewilligung der öffentlichen Corona-Billigkeitsleistungen erfolgte im ersten Halbjahr 2020, so dass sich die ausgezahlten Beträge auf beide Abrechnungszeiträume verteilen. Die Mehrheit der Aufwandspositionen änderte sich um maximal plus/minus zwei Prozent oder ist hinsichtlich der absoluten Höhe kaum maßgeblich für das Gesamtergebnis. Der Anstieg des Personalaufwandes je Flächeneinheit findet bei nahezu unveränderter Anzahl Lohnarbeitskräfte seinen Grund im Anstieg der durchschnittlichen Bruttolöhne.

    Das betriebliche Einkommen je Arbeitskraft, gemessen am Ordentlichen Ergebnis zuzüglich Personalaufwand, erhöhte sich gegenüber dem Wirtschaftsjahr 2019/20 um knapp neun Prozent und lag mit rund 35.000 Euro je Arbeitskraft um rund zweieinhalb Prozent oberhalb des achtjährigen Mittelwertes.

    Für den horizontalen Betriebsvergleich des Wirtschaftsjahr 2020/21 stehen insgesamt 238 konventionelle Haupterwerbsbetriebe zur Verfügung. Die Auswertung erfolgt gegliedert nach Betriebsformgruppen gemäß Typologie der Europäischen Union, wobei die Verbundbetriebe entsprechend ihrer Hauptproduktionsrichtung der jeweiligen Spezialausrichtung zugeordnet sind.

    Im Mittel der 227 konventionell wirtschaftenden Haupterwerbsbetriebe stiegen die betrieblichen Erträge um 30 Euro, die betrieblichen Aufwendungen um fünf Euro je Hektar im Vergleich zum Vorjahr (Abbildung T.21.1). Gewinnerhöhend wirkten insbesondere die steigenden Umsätze aus dem Marktfruchtbau, gewinnmindernd geringere Umsatzerlöse aus der Schweineproduktion. Der Rückgang der öffentlichen Zulagen und Zuschüsse ist nahezu ausschließlich auf verminderte Beihilfen für Notlagen zurückzuführen: Der höhere Betrag im Abrechnungszeitraum 2019/20 resultiert aus abschließenden Zahlungen im Rahmen der staatlichen Dürrebeihilfe. Die Bewilligung der öffentlichen Corona-Billigkeitsleistungen erfolgte im ersten Halbjahr 2020, so dass sich die ausgezahlten Beträge auf beide Abrechnungszeiträume verteilen. Die Mehrheit der Aufwandspositionen änderte sich um maximal plus/minus zwei Prozent oder ist hinsichtlich der absoluten Höhe kaum maßgeblich für das Gesamtergebnis. Der Anstieg des Personalaufwandes je Flächeneinheit findet bei nahezu unveränderter Anzahl Lohnarbeitskräfte seinen Grund im Anstieg der durchschnittlichen Bruttolöhne.

    Das betriebliche Einkommen je Arbeitskraft, gemessen am Ordentlichen Ergebnis zuzüglich Personalaufwand, erhöhte sich gegenüber dem Wirtschaftsjahr 2019/20 um knapp neun Prozent und lag mit rund 35.000 Euro je Arbeitskraft um rund zweieinhalb Prozent oberhalb des achtjährigen Mittelwertes.

    Für den horizontalen Betriebsvergleich des Wirtschaftsjahr 2020/21 stehen insgesamt 238 konventionelle Haupterwerbsbetriebe zur Verfügung. Die Auswertung erfolgt gegliedert nach Betriebsformgruppen gemäß Typologie der Europäischen Union, wobei die Verbundbetriebe entsprechend ihrer Hauptproduktionsrichtung der jeweiligen Spezialausrichtung zugeordnet sind.

    © LELF

    Das Erfolgsgefälle zwischen und insbesondere innerhalb der Betriebsformgruppen ist nach wie vor beträchtlich. Die starke einzelbetriebliche Variabilität und Spezifität manifestiert sich unabhängig von der Rechts- und Betriebsform (Abbildung 2). Während sich ein Teil der Betriebe liquide und wachstumsorientiert präsentiert, weisen die Kennwerte anderer auf existenzbedrohliche Probleme hin. Die jeweiligen Ursachen sind vielfältig und bedürften in jedem Fall einzelbetrieblicher Betrachtung.

    Das Erfolgsgefälle zwischen und insbesondere innerhalb der Betriebsformgruppen ist nach wie vor beträchtlich. Die starke einzelbetriebliche Variabilität und Spezifität manifestiert sich unabhängig von der Rechts- und Betriebsform (Abbildung 2). Während sich ein Teil der Betriebe liquide und wachstumsorientiert präsentiert, weisen die Kennwerte anderer auf existenzbedrohliche Probleme hin. Die jeweiligen Ursachen sind vielfältig und bedürften in jedem Fall einzelbetrieblicher Betrachtung.

    Die Ackerbauspezial- und Pflanzenbauverbundbetriebe (n = 108) absolvierten mit knapp 40.000 Euro je Arbeitskraft ein erfolgreiches Wirtschaftsjahr und erreichten damit gegenüber dem Mittelwert der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe insgesamt eine überdurchschnittliche Rentabilität. Nach mehreren – hinsichtlich Ertrags- und Marktbedingungen – sehr schwierigen Jahren zeigen die Durchschnittsergebnisse der Stichprobe eine ausreichende Liquidität sowie ein mit Eigenkapitalbildung verbundenes Wachstum.
    Die insbesondere für Ackerbaubetriebe wesentliche Bedeutung der Flächenverfügbarkeit spiegelt sich im Vergleich der Erfolgsgruppen wider: Die Gruppe erfolgreicher Betriebe verfügte je Arbeitskraft über deutlich mehr landwirtschaftliche Nutzfläche bei etwas besserer Bodengüte. Gegenüber der weniger erfolgreichen Betriebsgruppe erzielten sie höhere Naturalerträge und vermarkteten ihre Produkte zu besseren Preisen. Die klare Überlegenheit dieser zumeist hochgradig auf den klassischen Marktfruchtbau spezialisierten Betriebe resultiert jedoch aus deren Kostenführerschaft und Arbeitsproduktivität: Sie erzielten 133.000 Euro mehr Ertrag je Arbeitskraft und 38 Euro mehr Ertrag je 100 Euro Aufwand.
    Im Durchschnitt der Gruppe wirtschaftlich abfallender Betriebe waren die betrieblichen Erträge niedriger als die Aufwendungen. Die unzureichende Flächenrentabilität führte zu knapper betrieblicher Liquidität, zunehmender Verschuldung, Vermögens- und Eigenkapitalverlusten.

    Im Mittel der Stichprobe erreichten die 58 ausgewerteten Milchviehspezial- und Milchviehverbundbetriebe 33.217 Euro Einkommen je Arbeitskraft. Zwei Fünftel der betrieblichen Erträge wurden mit der Milchproduktion erwirtschaftet, zuzüglich des Umsatzes aus dem Verkauf von Rindern waren es 47 Prozent. Der jahresdurchschnittliche Verkaufserlös für das Hauptprodukt Milch betrug 33,02 Euro je Dezitonne. In dieser Gruppe sind zahlreiche Betriebe enthalten, die sich sukzessive zusätzliche Einkommenspotentiale im Dienstleistungsbereich und/oder in der Biogas-/Stromerzeugung erschlossen haben.
    Erfolgreiche Betriebe hielten größere, leistungsfähigere Milchviehbestände und erzielten einen um drei Prozent höheren Verkaufserlös für die Milch gegenüber der wirtschaftlich abfallenden Betriebsgruppe. Daneben wurden im Mittel der Gruppe erfolgreicher Betriebe mehr Umsätze aus dem Marktfruchtbau sowie im Energie- und Dienstleistungsbereich erwirtschaftet, die zusammen ein Drittel der betrieblichen Erträge ausmachten. Insgesamt erwirtschafteten sie 33.000 Euro mehr Ertrag je Arbeitskraft und 15 Euro mehr Ertrag je 100 Euro Aufwand. Augenfällig ist die deutlich intensivere Vermögensausstattung je Flächeneinheit und der hohe Eigenkapitalanteil. Auch der durchschnittliche Bruttolohn je Lohnarbeitskraft liegt um knapp zwei Fünftel über dem Durchschnittswert aller Betriebe.
    In der Gruppe der weniger erfolgreichen Betriebe glichen die Erträge die Aufwendungen nicht aus. Die daraus resultierende unzureichende betriebliche Liquidität musste durch Fremdkapital aufgestockt werden, Vermögens- und Eigenkapitalverluste beeinflussten die Stabilität zusätzlich negativ.

    Die Gruppe der 35 ausgewerteten sonstigen Futterbau- und Futterbauverbundbetriebe umfasst Mutterkuh- und Rinderaufzuchtbetriebe, Schaf- sowie Pferde- und Pensionspferdehalter. Einige Betriebe betreiben neben dem Tierhaltungszweig Futter- und Energiepflanzenproduktion zur Vermarktung. Die – von Extremjahren abgesehen – vergleichsweise geringe Abhängigkeit von Witterung und Markt, ein hoher Anteil Dauergrünland und die zumeist extensiv ausgerichtete Vermögensausstattung und Bewirtschaftung kennzeichnen die Mehrzahl der Betriebe. Mit durchschnittlich 28.764 Euro je Arbeitskraft reicht diese Gruppe an das mittlere Ergebnis aller konventionellen Betriebe nicht heran.
    Vorbehaltlich des geringen Stichprobenumfanges gehören zu den erfolgreichen Betrieben vornehmlich grünlandreiche und / oder viehstarke Mutterkuh- und Pensionspferdehalter. Sie erwirtschafteten im Durchschnitt zwar 7.000 Euro weniger Ertrag je Arbeitskraft, verbuchten jedoch neun Euro weniger Aufwendungen je 100 Euro Ertrag. Somit erreichten sie einen deutlich effizienteren Mittel- und Faktoreinsatz gegenüber der Gruppe weniger erfolgreicher Betriebe und erzielten betrieblichen Gewinn.
    Demgegenüber musste die Gruppe weniger erfolgreicher Betriebe aufgrund der – insbesondere im Festkostenbereich – sehr hohen Aufwendungen Verluste verbuchen.

    Die Stichprobe der Veredlungsspezial- und Veredlungsverbundbetriebe umfasst nur 26 Betriebe, die zudem unterschiedliche Hauptproduktionszweige betreiben, im Wesentlichen: Ferkelerzeugung, Eierproduktion, Schweine- oder Geflügelmast. Insgesamt erreichte diese Auswertungsgruppe ein mittleres Einkommen in Höhe von 33.553 Euro je Arbeitskraft, darunter zwölf spezialisierte Geflügelbetriebe mit durchschnittlich 49.476 Euro und sieben spezialisierte Schweinebetriebe mit nur 27.942 Euro.
    Spezialisierte Veredlungsbetriebe wirtschaften im Vergleich zu anderen Betriebsformen zumeist deutlich kapitalintensiver und sind stärker verschuldet. Dieses Risiko wird durch die hochgradige Marktnähe verstärkt. Im Wirtschaftsjahr 2020/21 litten die Ferkel- und Mastschweineerzeuger zunehmend unter dem voranschreitenden Erzeugerpreisrückgang auf Grund der Afrikanischen Schweinepest. Auch die Erzeugerpreise für Mastgeflügel sanken, während die Eierpreise in etwa dem Vorjahresniveau entsprachen.
    Die erfolgreicheren Betriebe weisen tendenziell und unabhängig vom Hauptproduktionszweig eine intensivere Vermögens- und Viehausstattung je Arbeitskraft sowie einen sehr hohen Spezialisierungsgrad auf. 72 Prozent der betrieblichen Erträge werden über Umsätze aus der Tierproduktion erzielt. In der Gruppe erfolgreicher Betriebe sind im aktuellen Auswertungszeitraum ausschließlich spezialisierte Geflügelhalter vertreten.

    Ausführliche und weiterführende Auswertungen und Darstellungen zum Thema findet der interessierte Leser ab August 2022 in den „Wirtschaftsergebnissen landwirtschaftlicher Unternehmen Brandenburgs“.

    Die Ackerbauspezial- und Pflanzenbauverbundbetriebe (n = 108) absolvierten mit knapp 40.000 Euro je Arbeitskraft ein erfolgreiches Wirtschaftsjahr und erreichten damit gegenüber dem Mittelwert der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe insgesamt eine überdurchschnittliche Rentabilität. Nach mehreren – hinsichtlich Ertrags- und Marktbedingungen – sehr schwierigen Jahren zeigen die Durchschnittsergebnisse der Stichprobe eine ausreichende Liquidität sowie ein mit Eigenkapitalbildung verbundenes Wachstum.
    Die insbesondere für Ackerbaubetriebe wesentliche Bedeutung der Flächenverfügbarkeit spiegelt sich im Vergleich der Erfolgsgruppen wider: Die Gruppe erfolgreicher Betriebe verfügte je Arbeitskraft über deutlich mehr landwirtschaftliche Nutzfläche bei etwas besserer Bodengüte. Gegenüber der weniger erfolgreichen Betriebsgruppe erzielten sie höhere Naturalerträge und vermarkteten ihre Produkte zu besseren Preisen. Die klare Überlegenheit dieser zumeist hochgradig auf den klassischen Marktfruchtbau spezialisierten Betriebe resultiert jedoch aus deren Kostenführerschaft und Arbeitsproduktivität: Sie erzielten 133.000 Euro mehr Ertrag je Arbeitskraft und 38 Euro mehr Ertrag je 100 Euro Aufwand.
    Im Durchschnitt der Gruppe wirtschaftlich abfallender Betriebe waren die betrieblichen Erträge niedriger als die Aufwendungen. Die unzureichende Flächenrentabilität führte zu knapper betrieblicher Liquidität, zunehmender Verschuldung, Vermögens- und Eigenkapitalverlusten.

    Im Mittel der Stichprobe erreichten die 58 ausgewerteten Milchviehspezial- und Milchviehverbundbetriebe 33.217 Euro Einkommen je Arbeitskraft. Zwei Fünftel der betrieblichen Erträge wurden mit der Milchproduktion erwirtschaftet, zuzüglich des Umsatzes aus dem Verkauf von Rindern waren es 47 Prozent. Der jahresdurchschnittliche Verkaufserlös für das Hauptprodukt Milch betrug 33,02 Euro je Dezitonne. In dieser Gruppe sind zahlreiche Betriebe enthalten, die sich sukzessive zusätzliche Einkommenspotentiale im Dienstleistungsbereich und/oder in der Biogas-/Stromerzeugung erschlossen haben.
    Erfolgreiche Betriebe hielten größere, leistungsfähigere Milchviehbestände und erzielten einen um drei Prozent höheren Verkaufserlös für die Milch gegenüber der wirtschaftlich abfallenden Betriebsgruppe. Daneben wurden im Mittel der Gruppe erfolgreicher Betriebe mehr Umsätze aus dem Marktfruchtbau sowie im Energie- und Dienstleistungsbereich erwirtschaftet, die zusammen ein Drittel der betrieblichen Erträge ausmachten. Insgesamt erwirtschafteten sie 33.000 Euro mehr Ertrag je Arbeitskraft und 15 Euro mehr Ertrag je 100 Euro Aufwand. Augenfällig ist die deutlich intensivere Vermögensausstattung je Flächeneinheit und der hohe Eigenkapitalanteil. Auch der durchschnittliche Bruttolohn je Lohnarbeitskraft liegt um knapp zwei Fünftel über dem Durchschnittswert aller Betriebe.
    In der Gruppe der weniger erfolgreichen Betriebe glichen die Erträge die Aufwendungen nicht aus. Die daraus resultierende unzureichende betriebliche Liquidität musste durch Fremdkapital aufgestockt werden, Vermögens- und Eigenkapitalverluste beeinflussten die Stabilität zusätzlich negativ.

    Die Gruppe der 35 ausgewerteten sonstigen Futterbau- und Futterbauverbundbetriebe umfasst Mutterkuh- und Rinderaufzuchtbetriebe, Schaf- sowie Pferde- und Pensionspferdehalter. Einige Betriebe betreiben neben dem Tierhaltungszweig Futter- und Energiepflanzenproduktion zur Vermarktung. Die – von Extremjahren abgesehen – vergleichsweise geringe Abhängigkeit von Witterung und Markt, ein hoher Anteil Dauergrünland und die zumeist extensiv ausgerichtete Vermögensausstattung und Bewirtschaftung kennzeichnen die Mehrzahl der Betriebe. Mit durchschnittlich 28.764 Euro je Arbeitskraft reicht diese Gruppe an das mittlere Ergebnis aller konventionellen Betriebe nicht heran.
    Vorbehaltlich des geringen Stichprobenumfanges gehören zu den erfolgreichen Betrieben vornehmlich grünlandreiche und / oder viehstarke Mutterkuh- und Pensionspferdehalter. Sie erwirtschafteten im Durchschnitt zwar 7.000 Euro weniger Ertrag je Arbeitskraft, verbuchten jedoch neun Euro weniger Aufwendungen je 100 Euro Ertrag. Somit erreichten sie einen deutlich effizienteren Mittel- und Faktoreinsatz gegenüber der Gruppe weniger erfolgreicher Betriebe und erzielten betrieblichen Gewinn.
    Demgegenüber musste die Gruppe weniger erfolgreicher Betriebe aufgrund der – insbesondere im Festkostenbereich – sehr hohen Aufwendungen Verluste verbuchen.

    Die Stichprobe der Veredlungsspezial- und Veredlungsverbundbetriebe umfasst nur 26 Betriebe, die zudem unterschiedliche Hauptproduktionszweige betreiben, im Wesentlichen: Ferkelerzeugung, Eierproduktion, Schweine- oder Geflügelmast. Insgesamt erreichte diese Auswertungsgruppe ein mittleres Einkommen in Höhe von 33.553 Euro je Arbeitskraft, darunter zwölf spezialisierte Geflügelbetriebe mit durchschnittlich 49.476 Euro und sieben spezialisierte Schweinebetriebe mit nur 27.942 Euro.
    Spezialisierte Veredlungsbetriebe wirtschaften im Vergleich zu anderen Betriebsformen zumeist deutlich kapitalintensiver und sind stärker verschuldet. Dieses Risiko wird durch die hochgradige Marktnähe verstärkt. Im Wirtschaftsjahr 2020/21 litten die Ferkel- und Mastschweineerzeuger zunehmend unter dem voranschreitenden Erzeugerpreisrückgang auf Grund der Afrikanischen Schweinepest. Auch die Erzeugerpreise für Mastgeflügel sanken, während die Eierpreise in etwa dem Vorjahresniveau entsprachen.
    Die erfolgreicheren Betriebe weisen tendenziell und unabhängig vom Hauptproduktionszweig eine intensivere Vermögens- und Viehausstattung je Arbeitskraft sowie einen sehr hohen Spezialisierungsgrad auf. 72 Prozent der betrieblichen Erträge werden über Umsätze aus der Tierproduktion erzielt. In der Gruppe erfolgreicher Betriebe sind im aktuellen Auswertungszeitraum ausschließlich spezialisierte Geflügelhalter vertreten.

    Ausführliche und weiterführende Auswertungen und Darstellungen zum Thema findet der interessierte Leser ab August 2022 in den „Wirtschaftsergebnissen landwirtschaftlicher Unternehmen Brandenburgs“.

Förderung Berliner Landwirte

Im Staatsvertrag zwischen Berlin und Brandenburg ist vereinbart, dass die Agrarförderung für Berliner Antragsteller durch die Agrarbehörde des Landes Brandenburg umgesetzt wird. Das Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (Referat L1) ist als Bewilligungsbehörde für die Direktzahlungen (Basisprämie, Greeningprämie, Umverteilungsprämie, Junglandwirteprämie), die Zuweisung der Zahlungsansprüche sowie für die Ausgleichszahlungen für benachteiligte Gebiete, Natura-2000-Gebiete und für Agrarumweltmaßnahmen im Rahmen des KULAP 2014 eingesetzt.

Im Staatsvertrag zwischen Berlin und Brandenburg ist vereinbart, dass die Agrarförderung für Berliner Antragsteller durch die Agrarbehörde des Landes Brandenburg umgesetzt wird. Das Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (Referat L1) ist als Bewilligungsbehörde für die Direktzahlungen (Basisprämie, Greeningprämie, Umverteilungsprämie, Junglandwirteprämie), die Zuweisung der Zahlungsansprüche sowie für die Ausgleichszahlungen für benachteiligte Gebiete, Natura-2000-Gebiete und für Agrarumweltmaßnahmen im Rahmen des KULAP 2014 eingesetzt.

  • Zahlen und Fakten 2021

    2021 wurden 160 Anträge von 72 Antragstellern in 8 Förderprogrammen beziehungsweise -maßnahmen bearbeitet und bewilligt. Insgesamt wurden 1.460.954,29 Euro ausgezahlt.

    Tabelle B.21.1: Anzahl der bewilligten Anträge und Summe der Auszahlungen für Berliner Landwirte 2021

    Förderung Anzahl Bewilligungen Auszahlung in Euro
    Direktzahlungen 66 1.189.563,97
    Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete 40 72.370,34
    Natura-2000-Ausgleich 6 26.536,01
    Agrarumweltmaßnahmen Förderanträge
    KULAP 2014
    3 ohne
    Agrarumweltmaßnahmen Verlängerungsanträge
    KULAP 2014
    18 ohne
    Agrarumweltmaßnahmen Zahlungsanträge
    KULAP 2014 (5 Förderprogramme)
    25 172.483,97
    Zuweisung von Zahlungsansprüchen 2 ohne

    2021 wurden 160 Anträge von 72 Antragstellern in 8 Förderprogrammen beziehungsweise -maßnahmen bearbeitet und bewilligt. Insgesamt wurden 1.460.954,29 Euro ausgezahlt.

    Tabelle B.21.1: Anzahl der bewilligten Anträge und Summe der Auszahlungen für Berliner Landwirte 2021

    Förderung Anzahl Bewilligungen Auszahlung in Euro
    Direktzahlungen 66 1.189.563,97
    Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete 40 72.370,34
    Natura-2000-Ausgleich 6 26.536,01
    Agrarumweltmaßnahmen Förderanträge
    KULAP 2014
    3 ohne
    Agrarumweltmaßnahmen Verlängerungsanträge
    KULAP 2014
    18 ohne
    Agrarumweltmaßnahmen Zahlungsanträge
    KULAP 2014 (5 Förderprogramme)
    25 172.483,97
    Zuweisung von Zahlungsansprüchen 2 ohne

    © LELF

    Im Mittel wurden zwei Anträge je Antragsteller bearbeitet, maximal fünf je Unternehmen. Mit 81,4 Prozent der Gesamtauszahlungen stellten die Direktzahlungen die maßgebliche Förderung dar. Die Abbildungen B.21.2 und B.21.3 zeigen die Entwicklung der letzten 10 Jahre.

    Im Mittel wurden zwei Anträge je Antragsteller bearbeitet, maximal fünf je Unternehmen. Mit 81,4 Prozent der Gesamtauszahlungen stellten die Direktzahlungen die maßgebliche Förderung dar. Die Abbildungen B.21.2 und B.21.3 zeigen die Entwicklung der letzten 10 Jahre.

    © LELF

Förderung der Erzeugerorganisationen für Obst und Gemüse

Erzeugerorganisationen (EO) sind Zusammenschlüsse mehrerer Erzeuger mit dem Ziel durch Bündelung des Angebots die eigene Stellung gegenüber der Nachfragekonzentration auf Seiten des Handels zu stärken.

Amtlich anerkannte Erzeugerorganisationen haben die Möglichkeit aus dem Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) gefördert zu werden. Voraussetzung für die Förderung ist, neben dem Nachweis der kontinuierlichen Einhaltung der Anerkennungskriterien, die Aufstellung und Genehmigung eines operationellen Programms und dessen Finanzierung über einen gemeinsamen Betriebsfonds. Der Betriebsfonds wird zu gleichen Teilen durch EU-Mittel und durch Mittel der Erzeuger beziehungsweise der Erzeugerorganisation finanziert.

Erzeugerorganisationen (EO) sind Zusammenschlüsse mehrerer Erzeuger mit dem Ziel durch Bündelung des Angebots die eigene Stellung gegenüber der Nachfragekonzentration auf Seiten des Handels zu stärken.

Amtlich anerkannte Erzeugerorganisationen haben die Möglichkeit aus dem Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) gefördert zu werden. Voraussetzung für die Förderung ist, neben dem Nachweis der kontinuierlichen Einhaltung der Anerkennungskriterien, die Aufstellung und Genehmigung eines operationellen Programms und dessen Finanzierung über einen gemeinsamen Betriebsfonds. Der Betriebsfonds wird zu gleichen Teilen durch EU-Mittel und durch Mittel der Erzeuger beziehungsweise der Erzeugerorganisation finanziert.

  • Zahlen und Fakten 2021

    © LELF

    Im Jahr 2021 waren in Brandenburg drei Erzeugerorganisationen anerkannt, deren wirtschaftliche Entwicklung über die letzten 10 Jahre in Abbildung E.21.1 dargestellt ist. Der Wert der vermarkteten Erzeugung (WvE) gemäß Artikel 22 Verordnung (EU) 2017/891 bezieht sich auf die gegebenenfalls aufbereiteten und verpackten Erzeugnisse von Obst und Gemüse (OuG) der Mitglieder der Erzeugerorganisation, die in den jeweiligen Kalenderjahren durch die Erzeugerorganisation beziehungsweise deren Tochtergesellschaften oder zuständigen Vertragspartner, vermarktet wurden.

    Im Jahr 2021 waren in Brandenburg drei Erzeugerorganisationen anerkannt, deren wirtschaftliche Entwicklung über die letzten 10 Jahre in Abbildung E.21.1 dargestellt ist. Der Wert der vermarkteten Erzeugung (WvE) gemäß Artikel 22 Verordnung (EU) 2017/891 bezieht sich auf die gegebenenfalls aufbereiteten und verpackten Erzeugnisse von Obst und Gemüse (OuG) der Mitglieder der Erzeugerorganisation, die in den jeweiligen Kalenderjahren durch die Erzeugerorganisation beziehungsweise deren Tochtergesellschaften oder zuständigen Vertragspartner, vermarktet wurden.

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    Während die Anzahl der Erzeuger im Verlauf der Jahre abnahm, stieg die Anbaufläche für Obst und Gemüse lange Zeit sogar an (siehe Abbildung E.21.2). Dies deutet auf einen Strukturwandel hin welcher durch die Zunahme der durchschnittlichen Betriebsgröße gekennzeichnet ist.

    Während die Anzahl der Erzeuger im Verlauf der Jahre abnahm, stieg die Anbaufläche für Obst und Gemüse lange Zeit sogar an (siehe Abbildung E.21.2). Dies deutet auf einen Strukturwandel hin welcher durch die Zunahme der durchschnittlichen Betriebsgröße gekennzeichnet ist.

    Zwei von drei Erzeugerorganisationen sind überregional aktiv und verfügen über bedeutende Produktions- und/oder Vermarktungsstätten in anderen Bundesländern. Erzeugerorganisationen oder Vereinigungen von Erzeugerorganisationen können auch über die Grenzen von Mitgliedsstaaten der Europäischen Union hinweg aktiv sein.

    Die wichtigsten Erzeugnisse des Vorjahres waren Spargel aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg sowie Gurken für Einlegegurken vor allem aus der Region Spreewald.

    Für das Jahr 2020 wurden an alle drei Erzeugerorganisationen insgesamt rund 4,41 Mio. Euro aus dem EGFL gezahlt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von rund 72.700 Euro. Die Auszahlung der für 2021 insgesamt beantragten knapp 4,94 Mio. Euro ist noch nicht abgeschlossen.

    Die Ausgaben der genehmigten operationellen Programme in Brandenburg verteilen sich auf die folgenden Aktionen entsprechend der Nationalen Strategie für nachhaltige operationelle Programme der Erzeugerorganisationen für Obst und Gemüse in Deutschland (Stand 23. Mai 2018) gemäß Tabelle 2.

    Zwei von drei Erzeugerorganisationen sind überregional aktiv und verfügen über bedeutende Produktions- und/oder Vermarktungsstätten in anderen Bundesländern. Erzeugerorganisationen oder Vereinigungen von Erzeugerorganisationen können auch über die Grenzen von Mitgliedsstaaten der Europäischen Union hinweg aktiv sein.

    Die wichtigsten Erzeugnisse des Vorjahres waren Spargel aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg sowie Gurken für Einlegegurken vor allem aus der Region Spreewald.

    Für das Jahr 2020 wurden an alle drei Erzeugerorganisationen insgesamt rund 4,41 Mio. Euro aus dem EGFL gezahlt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von rund 72.700 Euro. Die Auszahlung der für 2021 insgesamt beantragten knapp 4,94 Mio. Euro ist noch nicht abgeschlossen.

    Die Ausgaben der genehmigten operationellen Programme in Brandenburg verteilen sich auf die folgenden Aktionen entsprechend der Nationalen Strategie für nachhaltige operationelle Programme der Erzeugerorganisationen für Obst und Gemüse in Deutschland (Stand 23. Mai 2018) gemäß Tabelle 2.

    Der größte Teil der Ausgaben der Erzeugerorganisationen geht in Investitionen zur Verbesserung der Vermarktung wie zum Beispiel die Anschaffung von Obst und Gemüse Aufbereitungsanlagen, von Ernte-, Sortier- und/oder Verpackungsmaschinen oder von Immobilien für die Vermarktung.

    Weitere relevante Ausgabenpunkte sind Anschaffungen zur Produktionsplanung wie etwa die Neupflanzung von Dauerkulturen oder der Kauf von Folien für den Anbau, sowie Investitionen mit dem Ziel der Steigerung und Erhaltung der Produktqualität wie beispielsweise Bewässerungssysteme und/oder Maßnahmen zum Frostschutz.

    Krisenprävention in Form von Ernteversicherungen oder Umweltmaßnahmen und Verwaltungskosten haben nur einen vergleichsweise geringen Anteil an den Ausgaben.

    Der größte Teil der Ausgaben der Erzeugerorganisationen geht in Investitionen zur Verbesserung der Vermarktung wie zum Beispiel die Anschaffung von Obst und Gemüse Aufbereitungsanlagen, von Ernte-, Sortier- und/oder Verpackungsmaschinen oder von Immobilien für die Vermarktung.

    Weitere relevante Ausgabenpunkte sind Anschaffungen zur Produktionsplanung wie etwa die Neupflanzung von Dauerkulturen oder der Kauf von Folien für den Anbau, sowie Investitionen mit dem Ziel der Steigerung und Erhaltung der Produktqualität wie beispielsweise Bewässerungssysteme und/oder Maßnahmen zum Frostschutz.

    Krisenprävention in Form von Ernteversicherungen oder Umweltmaßnahmen und Verwaltungskosten haben nur einen vergleichsweise geringen Anteil an den Ausgaben.

Gewährung von Beihilfen für Schulmilch in Brandenburg und Berlin

Auch das Schuljahr 2020/21 war durch die Corona Pandemie gekennzeichnet. An den Förderbedingungen hatte sich im Vergleich zum Vorjahr nichts geändert. Schließungen von Schulen und Kitas beziehungsweise Distanzunterricht lassen jedoch nur bedingt Vergleiche zu vorangegangenen Förderperioden zu.

Auch das Schuljahr 2020/21 war durch die Corona Pandemie gekennzeichnet. An den Förderbedingungen hatte sich im Vergleich zum Vorjahr nichts geändert. Schließungen von Schulen und Kitas beziehungsweise Distanzunterricht lassen jedoch nur bedingt Vergleiche zu vorangegangenen Förderperioden zu.

  • Schuljahr 2020/21

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    Der seit Jahren andauernden Rückgang der gelieferten Schulmilchprodukte setzte sich fort (Abbildung M.21.1). Erst folgende Jahre werden zeigen, welchen Einfluss die Schließungen der Bildungseinrichtungen darauf hatten. In beiden Bundesländern beteiligten sich weniger Einrichtungen am Schulprogramm. (Abbildung M.21.2). Somit wurden weniger Kinder erreicht. In Abbildung M.21.3 wird deutlich, dass in beiden Bundesländern im Vergleich zum Vorjahr weniger Fördermittel ausgezahlt wurden.

    Der seit Jahren andauernden Rückgang der gelieferten Schulmilchprodukte setzte sich fort (Abbildung M.21.1). Erst folgende Jahre werden zeigen, welchen Einfluss die Schließungen der Bildungseinrichtungen darauf hatten. In beiden Bundesländern beteiligten sich weniger Einrichtungen am Schulprogramm. (Abbildung M.21.2). Somit wurden weniger Kinder erreicht. In Abbildung M.21.3 wird deutlich, dass in beiden Bundesländern im Vergleich zum Vorjahr weniger Fördermittel ausgezahlt wurden.

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    © LELF

    Wie in den Berichten der Vorjahre erfolgt an dieser Stelle ein Blick auf den allgemeinen Konsum von Milch. Dokumentiert ist die Nachfrage privater Haushalte im Markt Report Verbraucherforschung 2020 der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI). Im Auftrag dieser Gesellschaft erfassen 30.000 Haushalte ihre privaten Einkäufe in ihrer Wohnung. Die so erfassten Daten werden auf alle Haushalte der Bundesrepublik Deutschland hochgerechnet. Nicht erfasst werden dabei der Außer-Haus-Konsum in Gaststätten, Kantinen, Hotels und so weiter, Unterwegs-Einkäufe im Urlaub oder für den Verbrauch am Arbeitsplatz sowie Einkäufe, deren Aufzeichnung die Haushalte in der Hektik des Alltags vergessen. Schulmilcherzeugnisse sind ein Beispiel für in dieser Erfassung nicht enthaltene Einkäufe.

    Wie in den Berichten der Vorjahre erfolgt an dieser Stelle ein Blick auf den allgemeinen Konsum von Milch. Dokumentiert ist die Nachfrage privater Haushalte im Markt Report Verbraucherforschung 2020 der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI). Im Auftrag dieser Gesellschaft erfassen 30.000 Haushalte ihre privaten Einkäufe in ihrer Wohnung. Die so erfassten Daten werden auf alle Haushalte der Bundesrepublik Deutschland hochgerechnet. Nicht erfasst werden dabei der Außer-Haus-Konsum in Gaststätten, Kantinen, Hotels und so weiter, Unterwegs-Einkäufe im Urlaub oder für den Verbrauch am Arbeitsplatz sowie Einkäufe, deren Aufzeichnung die Haushalte in der Hektik des Alltags vergessen. Schulmilcherzeugnisse sind ein Beispiel für in dieser Erfassung nicht enthaltene Einkäufe.

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    Da es sich bei Schulmilch nur noch um Trinkmilch handelt, ist in Abbildung M.21.4 die Entwicklung der Einkaufsmenge an Konsummilch der privaten Haushalte dargestellt. Mit Ausnahme der Jahre 2015 und 2016 ging die Menge bisher kontinuierlich zurück. Im ersten Jahr der Corona Pandemie stieg sie wieder. Die Linie zeigt die durchschnittlichen Ausgaben der Verbraucher für Konsummilch auf. Diese weist, ebenfalls mit Ausnahme der Jahre 2012, 2015 und 2016, einen steigenden Verlauf auf. Dabei zahlten die Verbraucher 2020 bemerkenswerterweise im Vergleich zum Vorjahr für Konsummilch 5 Cent je Liter oder 6 Prozent mehr. Aus den Daten einer dreizehnjährigen Reihe errechnet sich ein signifikanter (p ≤ 0,01) Korrelationskoeffizient von r = - 0,75. Es besteht ein enger, negativer Zusammenhang zwischen der Einkaufsmenge und den durchschnittlichen Ausgaben der Verbraucher für Konsummilch. Eine Korrelation sagt jedoch nichts über Ursache und Wirkung aus.

    Da es sich bei Schulmilch nur noch um Trinkmilch handelt, ist in Abbildung M.21.4 die Entwicklung der Einkaufsmenge an Konsummilch der privaten Haushalte dargestellt. Mit Ausnahme der Jahre 2015 und 2016 ging die Menge bisher kontinuierlich zurück. Im ersten Jahr der Corona Pandemie stieg sie wieder. Die Linie zeigt die durchschnittlichen Ausgaben der Verbraucher für Konsummilch auf. Diese weist, ebenfalls mit Ausnahme der Jahre 2012, 2015 und 2016, einen steigenden Verlauf auf. Dabei zahlten die Verbraucher 2020 bemerkenswerterweise im Vergleich zum Vorjahr für Konsummilch 5 Cent je Liter oder 6 Prozent mehr. Aus den Daten einer dreizehnjährigen Reihe errechnet sich ein signifikanter (p ≤ 0,01) Korrelationskoeffizient von r = - 0,75. Es besteht ein enger, negativer Zusammenhang zwischen der Einkaufsmenge und den durchschnittlichen Ausgaben der Verbraucher für Konsummilch. Eine Korrelation sagt jedoch nichts über Ursache und Wirkung aus.

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    Die absolute Einkaufsmenge wird auch durch die Bevölkerungsanzahl beeinflusst. Der ebenfalls von der AMI in Abbildung M.21.5 erfasste pro-Kopf-Verbrauch zeigt, in Übereinstimmung mit der Einkaufsmenge, erstmalig seit 2014 eine Unterbrechung des abnehmenden Trends im Jahr 2020. Als Ursache ist der verstärkte häusliche Verzehr während der Corona Pandemie zu vermuten. Die Schätzung für 2021 geht aber bereits von einem weiter sinkenden Verbrauch aus.

    Da auch zum Ende des Jahres 2021 und Anfang 2022 Bildungseinrichtungen schließen mussten, ist wiederum von einem eher verhaltenen Absatz von Schulmilch auszugehen. Die genauen Angaben werden zukünftig veröffentlicht.

    Die absolute Einkaufsmenge wird auch durch die Bevölkerungsanzahl beeinflusst. Der ebenfalls von der AMI in Abbildung M.21.5 erfasste pro-Kopf-Verbrauch zeigt, in Übereinstimmung mit der Einkaufsmenge, erstmalig seit 2014 eine Unterbrechung des abnehmenden Trends im Jahr 2020. Als Ursache ist der verstärkte häusliche Verzehr während der Corona Pandemie zu vermuten. Die Schätzung für 2021 geht aber bereits von einem weiter sinkenden Verbrauch aus.

    Da auch zum Ende des Jahres 2021 und Anfang 2022 Bildungseinrichtungen schließen mussten, ist wiederum von einem eher verhaltenen Absatz von Schulmilch auszugehen. Die genauen Angaben werden zukünftig veröffentlicht.

Organisation und Durchführung des Schulobstprogramms des Landes Brandenburg

Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) aktualisierte die Dienstanweisung des Vorjahres und beauftragte das LELF mit der Umsetzung der fünften Auflage eines Landesprogramms für Schulobst. Dafür wurden 100.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) aktualisierte die Dienstanweisung des Vorjahres und beauftragte das LELF mit der Umsetzung der fünften Auflage eines Landesprogramms für Schulobst. Dafür wurden 100.000 Euro zur Verfügung gestellt.

  • Zahlen und Fakten 2021

    Im Unterschied zu den Vorjahren wurden die Grenzen für die Beteiligung am Programm auf minimal 200 Euro und maximal 600 Euro verändert. Das hatte zur Folge, dass nur vier Anträge wegen Budgetüberschreitung abgelehnt werden mussten. 194 Antragsteller erhielten Zulassungsbescheide über mehr als 100.000 Euro, da bei ersten Abrechnungen der geplante Maximalbetrag nicht ausgeschöpft wurde. Letztlich reichten 183 Bildungseinrichtungen Erstattungsanträge ein. Davon wurde einer aufgrund verspäteter Einreichung abgelehnt. So kamen 87.758,62 Euro zur Auszahlung.

    Im Unterschied zu den Vorjahren wurden die Grenzen für die Beteiligung am Programm auf minimal 200 Euro und maximal 600 Euro verändert. Das hatte zur Folge, dass nur vier Anträge wegen Budgetüberschreitung abgelehnt werden mussten. 194 Antragsteller erhielten Zulassungsbescheide über mehr als 100.000 Euro, da bei ersten Abrechnungen der geplante Maximalbetrag nicht ausgeschöpft wurde. Letztlich reichten 183 Bildungseinrichtungen Erstattungsanträge ein. Davon wurde einer aufgrund verspäteter Einreichung abgelehnt. So kamen 87.758,62 Euro zur Auszahlung.

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    Mit dem Auszahlungsantrag gaben die Bildungseinrichtungen Auskunft über die Herkunft der verteilten Äpfel und die Anzahl der Kinder, welche diese Früchte erhielten. In 125 Bildungseinrichtungen wurden Brandenburger Äpfel verteilt, in 15 Einrichtungen Äpfel, die nicht aus Brandenburg kamen. In 42 Fällen wurde angegeben, die Herkunft der Äpfel nicht zu kennen. Mit dem für die 182 Bildungseinrichtungen bewilligten Geld wurden für 28.364 Kinder 39.811 Kilogramm Äpfel gekauft.

    Mit dem Auszahlungsantrag gaben die Bildungseinrichtungen Auskunft über die Herkunft der verteilten Äpfel und die Anzahl der Kinder, welche diese Früchte erhielten. In 125 Bildungseinrichtungen wurden Brandenburger Äpfel verteilt, in 15 Einrichtungen Äpfel, die nicht aus Brandenburg kamen. In 42 Fällen wurde angegeben, die Herkunft der Äpfel nicht zu kennen. Mit dem für die 182 Bildungseinrichtungen bewilligten Geld wurden für 28.364 Kinder 39.811 Kilogramm Äpfel gekauft.

    Grafische Darstellung der Entwicklung der in das Schulobstprogramm einbezogenen Kinder 2018 – 2021
    © LELF

    Die folgende Analyse bezieht sich auf die Jahre 2018 bis 2021, in denen Grundschulen, Kitas und Horte antragsberechtigt waren. Im Jahr 2017 wendete sich das Programm nur an Grundschulen des Landes Brandenburg. Im Verlauf der Durchführung wurden durch die bessere Nutzung des zur Verfügung stehenden Geldes mehr Kinder mit einer größeren Menge an Äpfeln versorgt. Die Abbildungen O.21.1 bis O.21.3 verdeutlichen die Entwicklung.

    Grafische Darstellung der Entwicklung der in das Schulobstprogramm einbezogenen Kinder 2018 – 2021
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    Die folgende Analyse bezieht sich auf die Jahre 2018 bis 2021, in denen Grundschulen, Kitas und Horte antragsberechtigt waren. Im Jahr 2017 wendete sich das Programm nur an Grundschulen des Landes Brandenburg. Im Verlauf der Durchführung wurden durch die bessere Nutzung des zur Verfügung stehenden Geldes mehr Kinder mit einer größeren Menge an Äpfeln versorgt. Die Abbildungen O.21.1 bis O.21.3 verdeutlichen die Entwicklung.

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    Grafische Darstellung der Entwicklung der verteilten Äpfel je Kind von 2018 bis 2021
    © LELF

    Die Einbeziehung der Kindertagesstätten erwies sich in der Vergangenheit als entscheidend für die bessere Ausnutzung des Programms. Im Jahr 2021 verlagerte sich der Schwerpunkt wieder in Richtung der Schulen. Abbildung O.21.4 verdeutlicht, dass durch die Einbeziehung von mehr Kindern in das Schulobstprogramm in den betrachteten vier Jahren, die Menge der je Kind verteilten Äpfel sank und in den Kindertagesstätten mehr Äpfel je Kind als in den Schulen verteilt wurden. Finanziell wurden im Jahr 2021 circa vier Prozent mehr als im Vorjahr pro kg Äpfel ausgegeben. Die Vorschuleinrichtungen gaben je Kilogramm Äpfel mehr als die Schulen aus (Abbildung O.21.5).

    Grafische Darstellung der Entwicklung der verteilten Äpfel je Kind von 2018 bis 2021
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    Die Einbeziehung der Kindertagesstätten erwies sich in der Vergangenheit als entscheidend für die bessere Ausnutzung des Programms. Im Jahr 2021 verlagerte sich der Schwerpunkt wieder in Richtung der Schulen. Abbildung O.21.4 verdeutlicht, dass durch die Einbeziehung von mehr Kindern in das Schulobstprogramm in den betrachteten vier Jahren, die Menge der je Kind verteilten Äpfel sank und in den Kindertagesstätten mehr Äpfel je Kind als in den Schulen verteilt wurden. Finanziell wurden im Jahr 2021 circa vier Prozent mehr als im Vorjahr pro kg Äpfel ausgegeben. Die Vorschuleinrichtungen gaben je Kilogramm Äpfel mehr als die Schulen aus (Abbildung O.21.5).

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    Die größere Apfelmenge in den Kindertagestätten in Verbindung mit höheren finanziellen Aufwendungen führte zu vergleichsweise umfangreicheren Beihilfezahlungen je Kind in diesen Einrichtungen. Abbildung O.21.6 zeigt den Zusammenhang.

    Die größere Apfelmenge in den Kindertagestätten in Verbindung mit höheren finanziellen Aufwendungen führte zu vergleichsweise umfangreicheren Beihilfezahlungen je Kind in diesen Einrichtungen. Abbildung O.21.6 zeigt den Zusammenhang.

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    Gewünscht waren möglichst regional erzeugte Äpfel. In abnehmender Wertigkeit waren das Früchte aus Brandenburg, aus Deutschland, aus der EU und aus Drittländern. Mehr als zwei Drittel der befragten Bildungseinrichtungen gaben an, dass die Äpfel aus Brandenburg kamen. War das nicht der Fall, wurde oft auf die Herkunft aus Sachsen oder Sachsen-Anhalt verwiesen. Ein besonders in Südbrandenburg sinnvolles Vorgehen.

    Die Umsetzung des Schulobstprogramms wurde durch den Zentralen technischen Prüfdienst des LELF in drei Bildungseinrichtungen überprüft. Es gab keine Beanstandungen, die zu Rückforderungen führten.

    Gewünscht waren möglichst regional erzeugte Äpfel. In abnehmender Wertigkeit waren das Früchte aus Brandenburg, aus Deutschland, aus der EU und aus Drittländern. Mehr als zwei Drittel der befragten Bildungseinrichtungen gaben an, dass die Äpfel aus Brandenburg kamen. War das nicht der Fall, wurde oft auf die Herkunft aus Sachsen oder Sachsen-Anhalt verwiesen. Ein besonders in Südbrandenburg sinnvolles Vorgehen.

    Die Umsetzung des Schulobstprogramms wurde durch den Zentralen technischen Prüfdienst des LELF in drei Bildungseinrichtungen überprüft. Es gab keine Beanstandungen, die zu Rückforderungen führten.

    Nach fünf Jahren Brandenburger Schulobstprogramm wird folgendes Fazit gezogen: Das zur Verfügung stehende Geld wird von mehr Bildungseinrichtungen mit mehr Kindern genutzt. Die Einbeziehung von Kitas und Horten erweist sich als sinnvoll. Die meisten Kinder sind nach wie vor Schulkinder. In den Kitas werden jedoch mehr Äpfel je Kind verteilt. Es wird auch mehr Geld je Kilogramm Äpfel aufgewendet. Die Beauftragung von Lieferdiensten könnte eine Ursache dafür sein. Dadurch fällt die Förderung je Kind in den Kitas/Horten deutlich höher als in den Schulen aus.

    Nach fünf Jahren Brandenburger Schulobstprogramm wird folgendes Fazit gezogen: Das zur Verfügung stehende Geld wird von mehr Bildungseinrichtungen mit mehr Kindern genutzt. Die Einbeziehung von Kitas und Horten erweist sich als sinnvoll. Die meisten Kinder sind nach wie vor Schulkinder. In den Kitas werden jedoch mehr Äpfel je Kind verteilt. Es wird auch mehr Geld je Kilogramm Äpfel aufgewendet. Die Beauftragung von Lieferdiensten könnte eine Ursache dafür sein. Dadurch fällt die Förderung je Kind in den Kitas/Horten deutlich höher als in den Schulen aus.