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Kichererbsen - eine Alternative für Brandenburger Landwirte?

Kichererbse
© LELF
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Seit vergangenem Jahr erreichen den Pflanzenschutzdienst vermehrt Anfragen zum Thema Kichererbsen. Unsere Landwirte suchen nach lohnenden alternativen Pflanzensorten, die gut an die örtlichen Bedingungen angepasst sind. Kulturen, die mit der sonnenreichen und niederschlagsarmen Witterung der vergangenen Jahre zurechtkommen, ziehen das Interesse auf sich. Bei diesen „neuen“ Kulturen ist es wichtig Erfahrungen zum optimalen Anbausystem zu sammeln, da jede Kultur unterschiedliche Ansprüche an Aussaat, Pflege und Ernte stellt.

Die Kichererbse bevorzugt warme, sonnenintensive Witterung und verträgt Dürreperioden. Sie stellt nur geringe Ansprüche an die Wasserversorgung und den Boden. Wie die Sojabohne ist die Kichererbse jedoch frostempfindlich und benötigt für die Keimung Bodentemperaturen über 5 Grad Celsius.

Seit vergangenem Jahr erreichen den Pflanzenschutzdienst vermehrt Anfragen zum Thema Kichererbsen. Unsere Landwirte suchen nach lohnenden alternativen Pflanzensorten, die gut an die örtlichen Bedingungen angepasst sind. Kulturen, die mit der sonnenreichen und niederschlagsarmen Witterung der vergangenen Jahre zurechtkommen, ziehen das Interesse auf sich. Bei diesen „neuen“ Kulturen ist es wichtig Erfahrungen zum optimalen Anbausystem zu sammeln, da jede Kultur unterschiedliche Ansprüche an Aussaat, Pflege und Ernte stellt.

Die Kichererbse bevorzugt warme, sonnenintensive Witterung und verträgt Dürreperioden. Sie stellt nur geringe Ansprüche an die Wasserversorgung und den Boden. Wie die Sojabohne ist die Kichererbse jedoch frostempfindlich und benötigt für die Keimung Bodentemperaturen über 5 Grad Celsius.

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Im vergangenen Frühjahr hat der Pflanzenschutzdienst dieses Thema aufgegriffen und erstmalig Kichererbsen in der Versuchsstation in Frankfurt (Oder) angebaut. In Zusammenarbeit mehrerer Referate wurde ein Versuchsplan erstellt, der Möglichkeiten zur Unkrautbekämpfung in der Kichererbse untersuchen sollte. Die Unkrautregulierung stellt bei der Kichererbse – ebenso wie bei anderen Leguminosen – das zentrale Problem dar. Die Unkräuter konkurrieren mit der Kultur um Wasser und Nährstoffe. Schnell können sie einen Bestand unterdrücken und dessen Wachstum negativ beeinflussen. Für einen erfolgreichen, ertragssicheren Anbau ist die Bekämpfung der Unkräuter unerlässlich. Auch die Sicherung der Qualität spielt dabei eine Rolle, denn der Handel fordert hellschalige Kichererbsensamen für die Verarbeitung. Grüne Pflanzenteile zur Ernte können zu Verfärbungen führen (vgl. Dr. T. Gäbert, Ackerbaustrategien in Zeiten des Klimawandels - Kichererbsenanbau in Teltow-Fläming. Agrargenossenschaft Trebbin eG, Brandenburg: LBV.).

Im vergangenen Frühjahr hat der Pflanzenschutzdienst dieses Thema aufgegriffen und erstmalig Kichererbsen in der Versuchsstation in Frankfurt (Oder) angebaut. In Zusammenarbeit mehrerer Referate wurde ein Versuchsplan erstellt, der Möglichkeiten zur Unkrautbekämpfung in der Kichererbse untersuchen sollte. Die Unkrautregulierung stellt bei der Kichererbse – ebenso wie bei anderen Leguminosen – das zentrale Problem dar. Die Unkräuter konkurrieren mit der Kultur um Wasser und Nährstoffe. Schnell können sie einen Bestand unterdrücken und dessen Wachstum negativ beeinflussen. Für einen erfolgreichen, ertragssicheren Anbau ist die Bekämpfung der Unkräuter unerlässlich. Auch die Sicherung der Qualität spielt dabei eine Rolle, denn der Handel fordert hellschalige Kichererbsensamen für die Verarbeitung. Grüne Pflanzenteile zur Ernte können zu Verfärbungen führen (vgl. Dr. T. Gäbert, Ackerbaustrategien in Zeiten des Klimawandels - Kichererbsenanbau in Teltow-Fläming. Agrargenossenschaft Trebbin eG, Brandenburg: LBV.).

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Erste Schwierigkeiten in der Versuchsdurchführung zeigten sich bereits bei der Beschaffung des Saatgutes. Nach einer längeren Recherche gelang es uns jedoch einen Züchter zu finden, der uns Saatgut für den Anbau in Versuchsparzellen zur Verfügung stellen konnte. Die zweite Hürde war die Beschaffung von Rhizobien (Knöllchenbakterien), welche die bei den Leguminosen typischen Knöllchen an der Wurzel bilden und eine Symbiose mit den Pflanzen eingehen. Sie binden elementaren Stickstoff und machen ihn für die Pflanze verfügbar. Die Leguminosen benötigen jedoch unterschiedliche Rhizobien für die Symbiose und beim Anbau neuer Kulturen ist es empfehlenswert die nötigen Knöllchenbakterien mit hinzuzugeben. Dadurch wird die Bildung der Knöllchen gefördert – ein wichtiger Schritt für die Ertragssicherung. Kurz vor der Aussaat haben wir das Saatgut mit den Bakterien versetzt, die meist auf einer Torfbasis aufgebracht sind. Die „Erde“ ist feinkrümelig und wird mit den Körnern zusammen ausgesät. Die Aussaat erfolgte Ende April und innerhalb von zwei Wochen waren die Pflanzen aufgelaufen. Seitdem entwickelt sich der Bestand sehr gut und hat auch die längere Trockenphase gut verkraftet. Mittlerweile haben die Pflanzen Hülsen angesetzt und bilden nun ihre Körner aus.

Erste Schwierigkeiten in der Versuchsdurchführung zeigten sich bereits bei der Beschaffung des Saatgutes. Nach einer längeren Recherche gelang es uns jedoch einen Züchter zu finden, der uns Saatgut für den Anbau in Versuchsparzellen zur Verfügung stellen konnte. Die zweite Hürde war die Beschaffung von Rhizobien (Knöllchenbakterien), welche die bei den Leguminosen typischen Knöllchen an der Wurzel bilden und eine Symbiose mit den Pflanzen eingehen. Sie binden elementaren Stickstoff und machen ihn für die Pflanze verfügbar. Die Leguminosen benötigen jedoch unterschiedliche Rhizobien für die Symbiose und beim Anbau neuer Kulturen ist es empfehlenswert die nötigen Knöllchenbakterien mit hinzuzugeben. Dadurch wird die Bildung der Knöllchen gefördert – ein wichtiger Schritt für die Ertragssicherung. Kurz vor der Aussaat haben wir das Saatgut mit den Bakterien versetzt, die meist auf einer Torfbasis aufgebracht sind. Die „Erde“ ist feinkrümelig und wird mit den Körnern zusammen ausgesät. Die Aussaat erfolgte Ende April und innerhalb von zwei Wochen waren die Pflanzen aufgelaufen. Seitdem entwickelt sich der Bestand sehr gut und hat auch die längere Trockenphase gut verkraftet. Mittlerweile haben die Pflanzen Hülsen angesetzt und bilden nun ihre Körner aus.

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Der Versuchsplan umfasst verschiedene Herbizidmaßnahmen sowie mechanische Alternativen. Die Unkrautbekämpfung erfolgte überwiegend vor dem Auflaufen der Kultur und sollte den Pflanzenbestand bis zur Ernte von Beikräutern freihalten. Die Verunkrautung an der Versuchsstation umfasst typische Unkräuter für das Frühjahr wie Weißen Gänsefuß, Kamille, Knötericharten, Amarant und Franzosenkraut.

Bei der mechanischen Unkrautbekämpfung mit einem Striegel konnten wir nur wenig gegen diese Unkräuter ausrichten. Auch nach zweimaligem Striegeln, einmal im Vorauflauf und einmal im Nachauflauf der Pflanzen, war die Wirkung nicht zufriedenstellend und die Beikräuter konkurrierten mit der Kultur. Bei der mechanischen Unkrautbekämpfung ist eine trockene Witterung mit hoher Sonneneinstrahlung entscheidend, um gute Wirkungen zu erzielen. Diese Bedingungen waren bis in den Mai hinein jedoch kaum gegeben.

Für den Versuch haben wir verschiedene chemische Mittel ausgewählt, die bereits in anderen Leguminosen (Lupine, Erbse, Sojabohne u.a.) zugelassen sind. Die Mittel wirken vorwiegend über den Boden und wurden, mit einer Ausnahme, im Vorauflauf eingesetzt. Ziel ist es hauptsächlich zu überprüfen, ob es Verträglichkeitsprobleme gegenüber der Kultur gibt. Wir beobachten die Reaktion der Pflanzen in regelmäßigen Abständen und dokumentieren alle Auffälligkeiten. Auch die Wirkung der Mittel auf die Unkräuter wird anhand standardisierter Vorgehensweisen überprüft.

Wir hoffen den Landwirten mit den Ergebnissen zusätzliche Hilfestellung bei der Bestandsführung dieser neuen und interessanten Kultur an die Hand geben zu können. Gemeinsam mit den Landwirten sammeln wir Erfahrungen und können mit den Versuchen wichtige Fragestellungen für die Zukunft klären.

2. Juli 2021

Der Versuchsplan umfasst verschiedene Herbizidmaßnahmen sowie mechanische Alternativen. Die Unkrautbekämpfung erfolgte überwiegend vor dem Auflaufen der Kultur und sollte den Pflanzenbestand bis zur Ernte von Beikräutern freihalten. Die Verunkrautung an der Versuchsstation umfasst typische Unkräuter für das Frühjahr wie Weißen Gänsefuß, Kamille, Knötericharten, Amarant und Franzosenkraut.

Bei der mechanischen Unkrautbekämpfung mit einem Striegel konnten wir nur wenig gegen diese Unkräuter ausrichten. Auch nach zweimaligem Striegeln, einmal im Vorauflauf und einmal im Nachauflauf der Pflanzen, war die Wirkung nicht zufriedenstellend und die Beikräuter konkurrierten mit der Kultur. Bei der mechanischen Unkrautbekämpfung ist eine trockene Witterung mit hoher Sonneneinstrahlung entscheidend, um gute Wirkungen zu erzielen. Diese Bedingungen waren bis in den Mai hinein jedoch kaum gegeben.

Für den Versuch haben wir verschiedene chemische Mittel ausgewählt, die bereits in anderen Leguminosen (Lupine, Erbse, Sojabohne u.a.) zugelassen sind. Die Mittel wirken vorwiegend über den Boden und wurden, mit einer Ausnahme, im Vorauflauf eingesetzt. Ziel ist es hauptsächlich zu überprüfen, ob es Verträglichkeitsprobleme gegenüber der Kultur gibt. Wir beobachten die Reaktion der Pflanzen in regelmäßigen Abständen und dokumentieren alle Auffälligkeiten. Auch die Wirkung der Mittel auf die Unkräuter wird anhand standardisierter Vorgehensweisen überprüft.

Wir hoffen den Landwirten mit den Ergebnissen zusätzliche Hilfestellung bei der Bestandsführung dieser neuen und interessanten Kultur an die Hand geben zu können. Gemeinsam mit den Landwirten sammeln wir Erfahrungen und können mit den Versuchen wichtige Fragestellungen für die Zukunft klären.

2. Juli 2021