Phytopathologische Diagnostik

Thrips setosus
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Ohne eine genaue und differenzierte Untersuchung und Diagnostik ist eine gezielte Einleitung von Maßnahmen gegen Schadorganismen an Pflanzen nicht möglich. Die labordiagnostischen Untersuchungen an Pflanzen und pflanzlichen Erzeugnissen auf biologische Schadursachen, wie Krankheiten und Schädlinge, sind Grundvoraussetzung für einen umweltgerechten Pflanzenschutz und die Durchführung pflanzengesundheitlicher Maßnahmen bei der Einfuhr und dem Verbringen pflanzlicher Sendungen in die Europäische Union beziehungsweise innerhalb der Europäischen Union sowie beim Export.

Ohne eine genaue und differenzierte Untersuchung und Diagnostik ist eine gezielte Einleitung von Maßnahmen gegen Schadorganismen an Pflanzen nicht möglich. Die labordiagnostischen Untersuchungen an Pflanzen und pflanzlichen Erzeugnissen auf biologische Schadursachen, wie Krankheiten und Schädlinge, sind Grundvoraussetzung für einen umweltgerechten Pflanzenschutz und die Durchführung pflanzengesundheitlicher Maßnahmen bei der Einfuhr und dem Verbringen pflanzlicher Sendungen in die Europäische Union beziehungsweise innerhalb der Europäischen Union sowie beim Export.

Akkreditiert durch die Deutsche Akkreditierungsstelle

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Akkreditierungsurkunde und Liste der Prüfverfahren

Phytopathologische Untersuchungen

Im Referat L3 Fachgebiet 2 Beschaffenheitsprüfung, Phytopathologie Teilgebiet Phytopathologie werden pflanzengesundheitliche Untersuchungen für den amtlichen Pflanzenschutzdienst sowie für die Saatenanerkennungsstelle des Landes Brandenburg durchgeführt. Das beinhaltet Diagnosen von biotischen Schadursachen geschädigter Kulturpflanzen im Rahmen von Monitorings und Schaderregerüberwachungen sowie die Attestierung der Befallsfreiheit bei pflanzlicher Handels- und Vermehrungsware. Die dabei erstellten Befunde dienen als Grundlage des Pflanzenschutzdienstes zur Bewertung der phytosanitären Situation im Land Brandenburg sowie für Beratung und Entscheidungen über Notwendigkeit, Art und Umfang von Pflanzenschutz- und/oder Hygienemaßnahmen.

Im Referat L3 Fachgebiet 2 Beschaffenheitsprüfung, Phytopathologie Teilgebiet Phytopathologie werden pflanzengesundheitliche Untersuchungen für den amtlichen Pflanzenschutzdienst sowie für die Saatenanerkennungsstelle des Landes Brandenburg durchgeführt. Das beinhaltet Diagnosen von biotischen Schadursachen geschädigter Kulturpflanzen im Rahmen von Monitorings und Schaderregerüberwachungen sowie die Attestierung der Befallsfreiheit bei pflanzlicher Handels- und Vermehrungsware. Die dabei erstellten Befunde dienen als Grundlage des Pflanzenschutzdienstes zur Bewertung der phytosanitären Situation im Land Brandenburg sowie für Beratung und Entscheidungen über Notwendigkeit, Art und Umfang von Pflanzenschutz- und/oder Hygienemaßnahmen.

  • Übersicht 2021

    Im Zeitraum von Januar bis Dezember 2021 wurden insgesamt 9269 verschiedene Einzeluntersuchungen auf Schadorganismen an Pflanzen, Pflanzenteilen, Saatgut oder Bodensubstraten durchgeführt. Dabei lagen auch 2021 die Schwerpunkte der Arbeit bei den Routineuntersuchungen für die Monitorings der Pflanzengesundheitskontrolle und des Gartenbaus, der Schaderregerüberwachung im Ackerbau sowie Gesundheitsuntersuchungen im Rahmen der Saat- und Pflanzgutanerkennung.

    Tabelle U.21.1: Einzeluntersuchungen in Ref L3 FG 2 Phytopathologie, 2021

    Fachbereich/ -gebiet Bakteriologie Entomologie Mykologie Nematologie Virologie Summe
    Betriebskontrolle 7 2 21 13 43
    Export 50 2 78 130
    Import 5 1 6
    Kartoffeln 885 5 1 2.815

    435

    4.141
    Kiefernholznematode 242 242
    Monitoring 111 295 304 25 282 1.017
    Schaderregerüberwachung 54 217 131 8 1.336 1.746
    Sonstiges 7 78 1.832 20 7 1.944
    Summe 1.064 652 2.291 3.111 2.151 9.269

    Im Zeitraum von Januar bis Dezember 2021 wurden insgesamt 9269 verschiedene Einzeluntersuchungen auf Schadorganismen an Pflanzen, Pflanzenteilen, Saatgut oder Bodensubstraten durchgeführt. Dabei lagen auch 2021 die Schwerpunkte der Arbeit bei den Routineuntersuchungen für die Monitorings der Pflanzengesundheitskontrolle und des Gartenbaus, der Schaderregerüberwachung im Ackerbau sowie Gesundheitsuntersuchungen im Rahmen der Saat- und Pflanzgutanerkennung.

    Tabelle U.21.1: Einzeluntersuchungen in Ref L3 FG 2 Phytopathologie, 2021

    Fachbereich/ -gebiet Bakteriologie Entomologie Mykologie Nematologie Virologie Summe
    Betriebskontrolle 7 2 21 13 43
    Export 50 2 78 130
    Import 5 1 6
    Kartoffeln 885 5 1 2.815

    435

    4.141
    Kiefernholznematode 242 242
    Monitoring 111 295 304 25 282 1.017
    Schaderregerüberwachung 54 217 131 8 1.336 1.746
    Sonstiges 7 78 1.832 20 7 1.944
    Summe 1.064 652 2.291 3.111 2.151 9.269

    Schaderreger, die 2021 besonderen Untersuchungsaufwand verursacht haben, werden im Folgenden dargestellt.

    Schaderreger, die 2021 besonderen Untersuchungsaufwand verursacht haben, werden im Folgenden dargestellt.

  • Diplodia sp.

    Im Juli und August 2021 wurden in der phytopathologischen Diagnoseeinrichtung des LELF geschädigte Apfelbaumtriebe untersucht. Die Symptomatik an den Trieben kennzeichnete sich durch stark welkende Blütenstände (Abbildung D.21.1). Bei allen Proben wurde im Bereich der welken Blütenstängel und teilweise auf den dazugehörigen Zweigen, ein Befall mit Diplodia seriata beziehungsweise Diplodia sp. mittels Sequenzanalyse und mikroskopischer Untersuchungen nachgewiesen (Abbildung D.21.2). Verschiedene Diplodia Arten sind an Apfelbäumen als Erreger des schwarzen Rindenbrandes bekannt.

    Im Juli und Oktober 2021 wurden des weiteren Nadelgehölzproben (Kiefer und Tanne) aus den Gemarkungen Templin, Glindow und Tremmen untersucht, deren Symptome Verbräunungen und das Absterben von Trieben bis hin zum Absterben ganzer Bäumen waren. Auch hier wurde ein massiver Befall der Nadeln (Abbildung D.21.3 - 6), Zapfen und der Zweige mit Schaderregern der Gattung Diplodia sp. mittels mikroskopischer Untersuchung nachgewiesen. Diplodia gilt als primärer Verursacher des Diplodia-Triebsterben an Nadelgehölzen. Es handelt sich aber meist um andere Diplodia-Arten als bei den Obstgehölzen.

    Im Juli und August 2021 wurden in der phytopathologischen Diagnoseeinrichtung des LELF geschädigte Apfelbaumtriebe untersucht. Die Symptomatik an den Trieben kennzeichnete sich durch stark welkende Blütenstände (Abbildung D.21.1). Bei allen Proben wurde im Bereich der welken Blütenstängel und teilweise auf den dazugehörigen Zweigen, ein Befall mit Diplodia seriata beziehungsweise Diplodia sp. mittels Sequenzanalyse und mikroskopischer Untersuchungen nachgewiesen (Abbildung D.21.2). Verschiedene Diplodia Arten sind an Apfelbäumen als Erreger des schwarzen Rindenbrandes bekannt.

    Im Juli und Oktober 2021 wurden des weiteren Nadelgehölzproben (Kiefer und Tanne) aus den Gemarkungen Templin, Glindow und Tremmen untersucht, deren Symptome Verbräunungen und das Absterben von Trieben bis hin zum Absterben ganzer Bäumen waren. Auch hier wurde ein massiver Befall der Nadeln (Abbildung D.21.3 - 6), Zapfen und der Zweige mit Schaderregern der Gattung Diplodia sp. mittels mikroskopischer Untersuchung nachgewiesen. Diplodia gilt als primärer Verursacher des Diplodia-Triebsterben an Nadelgehölzen. Es handelt sich aber meist um andere Diplodia-Arten als bei den Obstgehölzen.

  • Popilia japonica

    Im vergangenen Jahr wurde der Japankäfer Popillia japonica (Abbildung P.21.1 B), ein Quarantäneschädling, erstmals in Deutschland in Baden-Württemberg nachgewiesen. Die erwachsenen Tiere, wie auch die Larven im Boden, können Pflanzen durch ihre Fraßtätigkeit schädigen. Zum etwa 300 Pflanzenarten umfassenden Wirtspflanzenspektrum gehören neben Gehölzen, wie Ahorn, Buche und Eiche, auch landwirtschaftliche und gartenbauliche Kulturen wie Mais, Kartoffeln, Spargel, Tomate, Bohnen, Apfel, Steinobst, Brom- und Himbeere, Erdbeere und Heidelbeere, Weinreben sowie eine Vielzahl an Zierpflanzen. Auch auf Wiesen und Weiden kann es durch Wurzelfraß der Larven zu Schäden kommen. Erwachsene Japankäfer sind etwa 1 cm lang und besitzen einen auffällig goldgrün schimmernden Halsschild. Sie ähneln dem heimischen Gartenlaubkäfer Phyllopertha horticola (Abbildung P.21.1 A), besitzen jedoch im Gegensatz zu diesem 5 weiße Haarbüschel an den Seiten des Hinterleibs, sowie 2 Büschel am letzten Körpersegment (Abbildung P.21.2). Zudem zeigt er ein artcharakteristisches Alarmverhal-ten, indem er bei Gefahr zwei Beine seitlich abspreizt.

    Im vergangenen Jahr wurde der Japankäfer Popillia japonica (Abbildung P.21.1 B), ein Quarantäneschädling, erstmals in Deutschland in Baden-Württemberg nachgewiesen. Die erwachsenen Tiere, wie auch die Larven im Boden, können Pflanzen durch ihre Fraßtätigkeit schädigen. Zum etwa 300 Pflanzenarten umfassenden Wirtspflanzenspektrum gehören neben Gehölzen, wie Ahorn, Buche und Eiche, auch landwirtschaftliche und gartenbauliche Kulturen wie Mais, Kartoffeln, Spargel, Tomate, Bohnen, Apfel, Steinobst, Brom- und Himbeere, Erdbeere und Heidelbeere, Weinreben sowie eine Vielzahl an Zierpflanzen. Auch auf Wiesen und Weiden kann es durch Wurzelfraß der Larven zu Schäden kommen. Erwachsene Japankäfer sind etwa 1 cm lang und besitzen einen auffällig goldgrün schimmernden Halsschild. Sie ähneln dem heimischen Gartenlaubkäfer Phyllopertha horticola (Abbildung P.21.1 A), besitzen jedoch im Gegensatz zu diesem 5 weiße Haarbüschel an den Seiten des Hinterleibs, sowie 2 Büschel am letzten Körpersegment (Abbildung P.21.2). Zudem zeigt er ein artcharakteristisches Alarmverhal-ten, indem er bei Gefahr zwei Beine seitlich abspreizt.