Maßnahmen zur Bekämpfung von Scirrhia pini Funk et Parker (Dothistroma septosporum)

                                                                                                                     

Ziel der Waldbehandlung muss es sein, eine Ausbreitung des Schaderregers auf benachbarte Bäume, andere Baumarten und Waldbestände möglichst auszuschließen. Daher sind Waldbestände mit erkrankten Bäumen so stark aufzulichten, dass ein möglichst lebensfeindliches Waldinnenklima für den Schaderreger entsteht. Die Waldbestände sollen gut durchlüftet sein und der Waldboden muss rasch abtrocknen können.

Das ist dann gegeben, wenn eine deutliche Stammzahlreduktion dazu führt, dass sich die Äste der verbleibenden Bäume nicht mehr berühren. Folgeeingriffe sind so zu planen, dass dieser Zustand dauerhaft erhalten bleibt. Das gesamte Pflegematerial (Vollbaumnutzung = alle gefällten Bäume, Äste, Feinreisig) ist aus dem Waldbestand zu beräumen und zu vernichten. Eine stoffliche oder energetische Verwertung ist möglich. Sofern das Material außerhalb der Befallsgebiete verbracht wird, muss dies in verschlossenen Behältnissen erfolgen.

Zusätzlich zu der beschriebenen flächigen Stammzahlreduktion können Astungen, Reihenentnahmen und Lochhiebe zur weiteren Auflockerung großflächiger Waldstrukturen beitragen und bieten waldbauliche Möglichkeiten für einen frühzeitigen Umbau der befallenen und gefährdeten Waldbestände. Es wird darauf hingewiesen, dass § 10 (4) LWaldG die Möglichkeit eröffnet, aus Gründen des Waldschutzes vom Kahlschlagsverbot abzuweichen. In diesem Fall ist die beabsichtigte Maßnahme mindestens 5 Werktage vor Beginn der unteren Forstbehörde unter Angabe von Ort, Flächengröße und Begründung anzuzeigen. Es wird unabhängig von dieser 5-Tages-Frist empfohlen, die Maßnahme bereits im Vorfeld mit der zuständigen unteren Forstbehörde abzustimmen.

In Waldbeständen, in denen Schwarzkiefern in Mischung mit Gemeinen Kiefern vorkommen, sind die Schwarzkiefern, wenn möglich, vollständig zu entnehmen.

Eine langfristige Stabilisierung der befallenen Waldbestände wird durch Mischung und Waldumbau mit Baumarten erreicht, die nicht vom Schaderreger befallen werden. Das ist in der Regel Laubholz. Auf den Anbau von Kiefern auf den Befallsflächen sollte verzichtet werden.

Allgemeinverfügung vom 15.12.2017, Maßnahmen zur Bekämpfung in den Waldgebieten der Gemarkungen Calau, Drebkau, Neuhausen/Spree, Hornow-Wadelsdorf, Spremberg, Tschernitz-Wolfshain und Jämlitz-Klein Düben

 

 

 

 

 

 

 

Letzte Aktualisierung: 16.01.2018

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