Meilenstein für das geplante Flurbereinigungsverfahren „Buckautal“ bei Ziesar

Aufklärungsversammlung Aufklärungsversammlung © LELF

Am 26. September 2017 führte das Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung den Aufklärungstermin gemäß § 5 Absatz 1 Flurbereinigungsgesetz zum geplanten Flurbereinigungsverfahren „Buckautal“  durch. Damit wurde die Voraussetzung für die Anordnung des Verfahrens geschaffen. Der Termin verlief in einer überaus konstruktiven und entspannten Atmosphäre. Bedenken oder Vorbehalte seitens der potenziell vom Verfahren betroffenen Eigentümer wurden nicht geäußert. Es war im Gegenteil eine gewisse Erwartungshaltung spürbar, da die geplante Flurneuordnung hier seit mehreren Jahren im Raum steht.

Im Flurbereinigungsverfahren „Buckautal“ sollen viele und für die Region typische Defizite beseitigt werden. Eine große Zahl an Anträgen von Bewirtschaftern, Forst- und Amtsverwaltung, die allesamt Missstände beklagten, haben den Fokus auf diese Region gelenkt. Das Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung hat daraufhin Untersuchungen in Auftrag gegeben. Diese wurden im Zeitraum 2010 bis 2014 vom Verband für Landentwicklung und Flurneuordnung Brandenburg durchgeführt. Im Ergebnis dieser sogenannten Vorarbeiten haben sich die Probleme bestätigt.

Als besonders negativ ist der Zustand einzuschätzen, dass fast ein Drittel der privaten Grundstücke ohne rechtliche oder tatsächliche Erschließung ist. Des Weiteren verlaufen 35 % der vorhandenen Wege und sogar 88 % der Gräben auf privatem Grund und Boden. Ein Beispiel ist die Gemeindestraße von Buckau nach Dretzen, deren Sanierung auf Grund der Eigentumsverhältnisse nur mit großer Mühe möglich war.

VerfahrensgebietStraße nach Dretzen © LELFEin Großteil der über 2.200 Flurstücke im geplanten Verfahrensgebiet mit einer Gesamtgröße von 1.849 ha liegt verstreut und ist zersplittert, so dass eine rentable Bewirtschaftung momentan nur über Pflugtauschregelungen erreicht wird. Zerschneidungsschäden sind an der Flurstücksstruktur ebenso deutlich erkennbar wie eine auffällige Kleinteiligkeit, insbesondere im Bereich der Kolonie Wittstock und südöstlich der Ortslage Dretzen. Diese Probleme können umfassend und mit vertretbarem Aufwand nur in einem Flurbereinigungsverfahren behoben werden.

Darüber hinaus sind noch weitere Verbesserungen für die Lebens- und Arbeitsbedingungen – nicht nur der knapp 300 Verfahrensbeteiligten, sondern aller in der Region Lebenden – denkbar. So könnten beispielsweise landschaftsgestaltende Anlagen geschaffen sowie wertvolle und sensible Bereiche für den Natur- und Landschaftsschutz innerhalb des Verfahrens gesichert werden. Der Ausbau von ländlichen Wegen könnte landwirtschaftlichen und touristischen Belangen gleichermaßen Rechnung tragen und die Ortslagen zudem von diesem Verkehr entlasten.

Der Weg für die Anordnung des Flurbereinigungsverfahrens ist mit dem Aufklärungstermin geebnet. Nun liegt es an den finanziellen Rahmenbedingungen, wann das voraussichtlich 2 Millionen Euro schwere Projekt beginnen kann. Diese werden von der Obersten Flurbereinigungsbehörde, dem Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft, vorgegeben. Alle verantwortlichen Akteure sind jedoch guter Hoffnung, spätestens Anfang 2019 das Flurbereinigungsverfahren „Buckautal anordnen zu können.

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Vortrag zur Informationsveranstaltung am 26.09.2017

Letzte Aktualisierung: 13.11.2017

Kontakt

Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung
Prenzlau

Bodenordnung
Matthias Benthin
email an: Matthias Benthin
Tel:  03984 / 7187 42
Fax: 03984 / 7187 77

Adressen:
Dienstsitze der Abteilung Landentwicklung und Flurneuordnung


Externe Links

Informationen des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) :