Abschluss des Bodenordnungsverfahrens Groß Neuendorf / Ortwig

Gedenkstein Gedenkstein © LELF

Das Bodenordnungsverfahren Groß Neuendorf / Ortwig im Landkreis Märkisch-Oderland ist beendet. Die Neuordnung von 2.842 Hektar Oderbruchlandschaft wurde mit der Schlussfeststellung vom 6. November 2015 nun endgültig abgeschlossen. Die Interessen von 530 Landeigentümern konnten im Rahmen des Bodenordnungsverfahrens einvernehmlich geregelt werden.

Das Oderbruch im Osten des Landes Brandenburg zeichnet sich durch fruchtbare Auelehmböden mit überwiegender Ackernutzung aus. Die Bewirtschaftung steht und fällt mit der Entwässerung des Gebietes durch ein umfangreiches, künstlich angelegtes Grabensystem und Schöpfwerke, die das Wasser aus dem tiefer gelegenen Oderbruch in die höher gelegene Oder pumpen müssen. Die Böden, auch „Minutenböden“ genannt, sind bei feuchten Witterungsverhältnissen nur schwierig zu befahren. Die Tragfähigkeit ist im Vergleich zu leichteren Böden äußerst schlecht. Ein gut ausgebautes Wegenetz zur Bewirtschaftung der Ackerschläge ist daher für die landwirtschaftlichen Betriebe in diesem Gebiet besonders wichtig. Gleichzeitig ist die Erschließung der Ackerflurstücke durch das enge Gewässernetz erschwert.

Das Bodenordnungsverfahren Groß Neuendorf / Ortwig wurde im Jahr 2000 auf Antrag von Landwirten und Eigentümern angeordnet. Im Ergebnis der Neuordnung des ländlichen Grundbesitzes unter Berücksichtigung des Eigentums sowie der Pacht- und Bewirtschaftungsverhältnisse wurden weitgehend arrondierte Bewirtschaftungseinheiten für die 30 Landwirtschaftsbetriebe in der Region geschaffen. Die durch Meliorationsmaßnahmen verursachten Zerschneidungsschäden landwirtschaftlicher Flurstücke konnten beseitigt werden. Die Erschließung der neuen Flurstücke ist nunmehr für jeden Eigentümer durch rechtliche Regelung und Ausweisung des in der Melioration geschaffenen Wege- und Gewässernetzes im Kataster gesichert.

Solikanter StraßeSolikanter Straße © LELFIn die Neugestaltung des Verfahrensgebietes wurden rund 3,5 Millionen Euro Ausführungskosten, davon circa 3,2 Millionen Euro Zuschüsse aus Europäischer Union-, Bundes- und Landesmitteln, investiert. Den Eigenanteil hat die Teilnehmergemeinschaft durch Hebung von allen Teilnehmern sowie durch Sach- und Geldleistungen einzelner Teilnehmer, insbesondere der Gemeinden und einiger Landwirtschaftsbetriebe aufgebracht. Insgesamt wurden im Verfahren 22,4 km Wege ausgebaut, 6,6 ha Gewässerrandstreifen angelegt, Bäume in Lücken gepflanzt und auf circa 3 ha Hecken angelegt.

Im Ergebnis sind Eigentümer, Landwirte und Gemeinde zufrieden. Die Eigentums- und Bewirtschaftungsverhältnisse mit ihren Besonderheiten im Oderbruch konnten durch die Neugestaltung im Bodenordnungsverfahren eindeutig verbessert und die Region nachhaltig aufgewertet werden. Die Erreichung dieses Ziels wird auch in vielen weiteren Flurneuordnungsverfahren im Oderbruch mit großem Einsatz verfolgt.

Letzte Aktualisierung: 13.07.2016

Kontakt

Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung
Prenzlau

Bodenordnung
Matthias Benthin
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Fax: 03984 / 7187 77

Adressen:
Dienstsitze der Abteilung Landentwicklung und Flurneuordnung


Externe Links

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