Optimierung Wasserregime im Gartzer Bruch im Rahmen der Flurbereinigung Unteres Odertal

neue Stauanlage neue Stauanlage © Schure & Thum GbR

Im Unternehmensflurbereinigungsverfahren Unteres Odertal werden den Landwirtschaftsbetrieben in großem Umfang Betriebsflächen für die Verwirklichung der naturschutzfachlichen Entwicklungsziele des Nationalparks entzogen. Um diese Betriebe möglichst nicht in ihrer Existenz zu gefährden, galt es diese Flächenverluste zumindest teilweise zu kompensieren, in dem die  verbliebenen  landwirtschaftlichen Nutzflächen  in ihrer Ertragsfähigkeit verbessert werden.

alter Stauschachtalte Anlage © Schure & Thum GbRDazu wurde im Zuge der Flurbereinigung  das Gartzer Bruch, ein Niedermoorgebiet mit einer Fläche von rund 1.100 Hektar und voranschreitender Moordegradierung, einer umfassenden Planung zur Optimierung des Wasserregimes unterzogen.  In deren Ergebnis  wurden Ersatzbauten für funktionslos gewordene Staubauwerke aus den 60er und 70er Jahren und zusätzliche neue Staubauwerke zur Reduzierung der Staukaskaden geplant, um eine gezielte Steuerung zur Wasserrückhaltung zu ermöglichen. Durch den punktuellen Verschluss von Randgräben und die Anlage von Versickerungsgräben sollte nach dieser Planung zusätzlich dem schnellen Abfluss des Wassers entgegengewirkt werden, um dem Durchströmungsmoor wieder Wasser zuzuführen.

fertiger Stauschachtneuer Stauschacht © Schure & Thum GbR Nachdem bereits der Wasser- und Bodenverband Welse basierend auf der Genehmigungsplanung aus dem Flurbereinigungsverfahren  sechs  Spundwandstaue in den Vorjahren errichtet hatte, wurden die weiteren Vorhaben aus dem Gesamtkonzept (12 Staubauwerke, mehrere Grabenverschlüsse, Anlage eines Versickerungsbeckens) in den Jahren 2011 – 2013 durch die Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung umgesetzt und deren  Finanzierung  in einem Gesamtumfang von 1,056 Millionen Euro dem damaligen Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz als Träger des Nationalparks Unteres Odertal auferlegt.

Mit der vorläufigen  Besitzeinweisung zum Flurbereinigungsverfahren im Jahr 2013 konnten die Pacht- und Eigentumsflächen der jeweiligen Betriebe sehr weitgehend auch im Gartzer Bruch zusammengelegt werden.  Weitergehende Planungen zur optimierten Steuerung des Wasserregimes erfolgten im Jahr 2014 bereits auf der Grundlage der neuen Bewirtschaftungsverhältnisse.

Nach den Ergebnissen der vorläufigen Besitzeinweisung waren die Einwirkungsbereiche der jeweiligen Stauanlagen den konkreten Nutzern zuzuordnen. Diese wurden jeweils in die Erarbeitung der Planung zur Konkretisierung des Wasserrechtes und zur Optimierung des Wasserregimes einbezogen.  Besondere  Anforderungen an die Nutzung und Befahrbarkeit der betroffenen Flächen, ausgehend von den verschiedenen Nutzungsformen der Betriebe,  wurden abgefragt,  analysiert und hiernach ermittelte Konfliktbereiche sowie konkurrierende Anforderungen  gemeinsam einer Lösung zugeführt. Bei den vereinbarten Lösungen zur Steuerung der wasserwirtschaftlichen Anlagen zeigten sich die Landwirtschaftsbetriebe jeweils aufgeschlossen für eine auf stärkere Rückhaltung des Wassers ausgerichtete Staubewirtschaftung, die somit dem Schutz des Moorkörpers vor weiterer Degradierung zugute kommt.

Nunmehr bedarf es auf der Grundlage der so erarbeiteten Unterlagen der Übertragung des Wasserrechtes und der Umsetzung des Stauregimes  durch die Teilnehmergemeinschaft auf den zuständigen Wasser- und Bodenverband.

Die Planung sieht die weitere Dokumentation der Staubewirtschaftung, einschließlich Erfolgskontrolle vor, um  auf Grundlage dieser größeren Datenbasis auch in Zukunft das Wasserregime weiter optimieren und an geänderte Nutzungsansprüche anpassen zu können.  

 

Letzte Aktualisierung: 25.05.2016

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