Förderung des Fischereiwesens in Brandenburg aus der Fischereiabgabe

Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle in Brandenburg

Lachsbrut im Wasser Lachsbrut © S. Zahn

Das Land Brandenburg verfügt über 33.000 Kilometer Fließgewässer und 3.000 Seen mit einer Mindestgröße von einem Hektar und einer Gesamtwasserfläche von 101.000 Hektar. Im Bundesmaßstab liegt das Land damit an vierter Stelle. 3,4 Prozent der Landesfläche sind Gewässer.

Dieser Gewässerreichtum ist ein enormes Potential für die fischwirtschaftliche und anglerische Nutzung sowie den Wassertourismus. 110 Fischereibetriebe und 240 Fischer im Neben- bzw. Zuerwerb sowie 1.300 Angelvereine, davon mehr als 1.200 im Landesanglerverband Brandenburg e.V. organisiert, bewirtschaften 72.000 Hektar der Gewässerfläche.

132.000 Personen befischen und beangeln die Gewässer der Mark. Sie sind verpflichtet eine Fischereiabgabe zu entrichten. Sie beträgt pro Kalenderjahr für

  • Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren: 2,50 Euro
  • Erwachsene 8,00 bis 12,00 Euro; in Abhängigkeit von der gewählten Zahlungsweise.

Das Land Brandenburg erzielt so im Jahresdurchschnitt zweckgebundene Einnahmen in Höhe von zirka einer Million Euro. Die Fischereiabgabe ist gemäß § 22 Absatz 2 des Fischereigesetzes für das Land Brandenburg ausschließlich zur Förderung des Fischereiwesens einzusetzen.

Auf Grundlage der Richtlinie des Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft über die Gewährung von Zuwendungen aus der Fischereiabgabe vom 12. Dezember 2012 werden vom Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung insbesondere nachfolgende Maßnahmenkomplexe gefördert:

  • Fischbestandsentwicklung
  • Wissenschaftliche Versuchs- und Forschungsarbeiten
  • Öffentlichkeitsarbeit, Pflege binnenfischereilicher Tradition
  • Aus- und Fortbildung
  • Verbesserung der Gewässerökologie
  • Wiedereinbürgerung von Fischarten

In den vergangenen Jahren erfolgte die Projektförderung für zahlreiche Wiedereinbürgerungsmaßnahmen  folgender Fischarten: Bachforelle, Große Maräne, Baltischer Stör sowie Lachs und Meerforelle.

Nachfolgend wird das bedeutendste mehrjährige Programm zur Wiedereinbürgerung von Lachs (Salmo salar) und Meerforelle (Salmo trutta) in den Gewässersystemen der Stepenitz und der Schwarzen Elster/ Pulsnitz näher vorgestellt. Die Maßnahme wird vom Landesanglerverband Brandenburg e.V. (LAVB) und dem Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow (IfB) erfolgreich umgesetzt und auch zukünftig weitergeführt. 

 

Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle in Brandenburg

Projektziel:

Aufbau sich selbst erhaltender Lachs- und Meerforellenbestände in der Elbe und Nebenflüssen 

 

LachsmilchnerLachsmilchner © S. Zahn  MeerforellenmilchnerMeerforellenmilchner © S. Zahn

 

 

 

 

 

 

Lachs  und Meerforelle waren bis zum 19. Jahrhundert Bestandteile der ursprünglichen Fischfauna von Elbe und Oder und eine der Haupteinnahmequellen der Fischerei. Mit der Industrialisierung und dem Ausbau der großen Ströme gingen Bestände und Erträge stetig zurück. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts gilt der Lachs in den Flussgebieten als ausgestorben. Die Meerforelle kam nur noch in vereinzelten Restbeständen vor.

Der Umbruch in Ostdeutschland, Tschechien und Polen führte ab 1990 zu einer drastischen Verminderung der Abwasserlasten in den Flüssen. Mit der Verbesserung der Gewässergüte ist eine Zunahme der vorkommenden Fischarten zu beobachten. Die Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle erschien erfolgversprechend. Diese Fischarten sind einzigartige Indikatoren für sauberes Wasser und intakte Gewässerstrukturen und ein Zugpferd für die Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Fließgewässer. Da die ursprünglichen Bestände  ausgestorben waren, erschien eine natürliche Wiederbesiedelung als nahezu ausgeschlossen. Deshalb entschieden sich im Jahr 1997 Fachleute für eine aktive Wiederansiedelung durch Besatzmaßnahmen bei  einer  wissenschaftlichen Begleitung.

Vorbereitende Arbeitsschritte:

  • Auswahl der Projektgebiete
  • Bildung regionaler Arbeitsgruppen
  • Recherchen zum ursprünglichen Vorkommen
  • Lebensraum-Kartierungen
  • Probebefischungen/Eignungsprüfungen

Weitere Arbeitsschritte:

  • mehrjährige Besatzmaßnahmen
  • Errichtung einer Anlage zur künstlichen Vermehrung 

Erfolge und Ergebnisse:

  • Wiederherstellung der Durchwanderbarbeit weiter Strecken der  Fließgewässer
  • Gute Ergebnisse beim Nachweis von Richtung Meer abwandernden Jungfischen (Stepenitzsystem)
  • rückkehrende Laichfische
    • Stepenitzsystem: Von 2002 bis 20013 wurden 248 Lachse und 571 Meerforellen nachgewiesen.
    • Schwarze Elstersystem: Bis 2013 wurden 6 Lachse und 2 Meerforellen nachgewiesen.
  • Nachweis von Laichnestern im Stepenitzsystem

Die "Väter" des Wiederansiedlungsprojektes:

Lachs aus der StepenitzU. Thiel (LAVB) mit Lachs aus der Stepenitz © S. ZahnS. Zahn mit LachsbrütlingenS. Zahn (IfB) mit Lachsbrütlingen © Zienert

Letzte Aktualisierung: 17.10.2014

Kontakt

Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung
Frankfurt (Oder)

Fischereiwesen
Stefan Jurrmann
email an: Stefan Jurrmann
Tel:  0335 / 60676 2138
Fax:  0331 / 27548 4245