Neue Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung – Weitere Hinweise

Prüfstation Nuhnen Blumen
© LELF
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In Bezug auf die Umsetzung der Regelungen der Fünften Verordnung zur Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung gibt es nach wie vor viele Fragen aus der Praxis. Im Folgenden soll an wichtige Regelungen der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung erinnert und häufige Fragen beantwortet werden.

In Bezug auf die Umsetzung der Regelungen der Fünften Verordnung zur Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung gibt es nach wie vor viele Fragen aus der Praxis. Im Folgenden soll an wichtige Regelungen der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung erinnert und häufige Fragen beantwortet werden.

Gewässerabstände

Gemäß Paragraf 4a Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung ist bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ein Mindestabstand von 10 m zu Oberflächengewässern, gemessen ab Böschungsoberkante, einzuhalten. Wenn keine erkennbare Böschungsoberkante vorhanden ist, gilt hilfsweise die Mittelwasserstandslinie. Dabei darf in dem 10 m-Bereich vom Gewässer die Kulturpflanze stehen, diese darf dann aber in diesem Bereich nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden. Wenn sich Straßen oder Wege im 10 m-Bereich befinden, ist das unerheblich, der Abstand zum Gewässer muss deswegen nicht vergrößert werden.

Anders verhält es sich, wenn der Gewässerabstand bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf 5 m ab Böschungsoberkante verringert werden soll. In diesem Fall ist zwingend eine geschlossene, ganzjährig begrünte Pflanzendecke erforderlich. Damit ist nicht die Kultur gemeint, außer im Falle von Dauergrünland. Einjährige Ansaaten erfüllen diese Aufgabe nicht. Der Randstreifen muss etabliert und bestockt sein, um den Abstand auf 5 m reduzieren zu können. Wenn durch häufiges Befahren des Randstreifens Fahrspuren entstehen, auf denen kein Bewuchs vorhanden ist, ist ein Abstand von 10 m  um Gewässer einzuhalten.

Solange in Brandenburg keine Gewässerkulisse vorhanden ist, aus der der jeweils einzuhaltende Abstand ableitbar sein wird, ist eine Beurteilung der Situation vor Ort  notwendig. Die genannten Abstände sind in jedem Fall zu ständig oder periodisch wasserführenden Oberflächengewässern einzuhalten, unabhängig davon, ob es sich um stehende oder fließende Gewässer handelt.

Ausgenommen von den Abstandsregelungen aus der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung sind kleine Gewässer von wasserwirtschaftlich untergeordneter Bedeutung.

In Brandenburg handelt es sich dabei um Gewässer, die von den Bestimmungen des Brandenburgischen Wassergesetzes (BbgWG) ausgenommen sind. Gemäß Paragraf 1 Absatz 4 des Brandenburgischen Wassergesetzes sind dies:

  • Gräben, die der Be- oder Entwässerung nur eines Grundstücks dienen,
  • Straßen- und Eisenbahnseitengräben, wenn sie nicht der Be- oder Entwässerung der Grundstücke anderer Eigentümer zu dienen bestimmt sind,
  • Grundstücksflächen, die ausschließlich zur Fischzucht oder Fischhaltung oder zu anderen, nicht wasserwirtschaftlichen Zwecken mit Wasser bespannt werden und mit einem oberirdischen Gewässer nicht oder nur zeitweise künstlich verbunden sind.

Gemäß Paragraf 4a Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung ist bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ein Mindestabstand von 10 m zu Oberflächengewässern, gemessen ab Böschungsoberkante, einzuhalten. Wenn keine erkennbare Böschungsoberkante vorhanden ist, gilt hilfsweise die Mittelwasserstandslinie. Dabei darf in dem 10 m-Bereich vom Gewässer die Kulturpflanze stehen, diese darf dann aber in diesem Bereich nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden. Wenn sich Straßen oder Wege im 10 m-Bereich befinden, ist das unerheblich, der Abstand zum Gewässer muss deswegen nicht vergrößert werden.

Anders verhält es sich, wenn der Gewässerabstand bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf 5 m ab Böschungsoberkante verringert werden soll. In diesem Fall ist zwingend eine geschlossene, ganzjährig begrünte Pflanzendecke erforderlich. Damit ist nicht die Kultur gemeint, außer im Falle von Dauergrünland. Einjährige Ansaaten erfüllen diese Aufgabe nicht. Der Randstreifen muss etabliert und bestockt sein, um den Abstand auf 5 m reduzieren zu können. Wenn durch häufiges Befahren des Randstreifens Fahrspuren entstehen, auf denen kein Bewuchs vorhanden ist, ist ein Abstand von 10 m  um Gewässer einzuhalten.

Solange in Brandenburg keine Gewässerkulisse vorhanden ist, aus der der jeweils einzuhaltende Abstand ableitbar sein wird, ist eine Beurteilung der Situation vor Ort  notwendig. Die genannten Abstände sind in jedem Fall zu ständig oder periodisch wasserführenden Oberflächengewässern einzuhalten, unabhängig davon, ob es sich um stehende oder fließende Gewässer handelt.

Ausgenommen von den Abstandsregelungen aus der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung sind kleine Gewässer von wasserwirtschaftlich untergeordneter Bedeutung.

In Brandenburg handelt es sich dabei um Gewässer, die von den Bestimmungen des Brandenburgischen Wassergesetzes (BbgWG) ausgenommen sind. Gemäß Paragraf 1 Absatz 4 des Brandenburgischen Wassergesetzes sind dies:

  • Gräben, die der Be- oder Entwässerung nur eines Grundstücks dienen,
  • Straßen- und Eisenbahnseitengräben, wenn sie nicht der Be- oder Entwässerung der Grundstücke anderer Eigentümer zu dienen bestimmt sind,
  • Grundstücksflächen, die ausschließlich zur Fischzucht oder Fischhaltung oder zu anderen, nicht wasserwirtschaftlichen Zwecken mit Wasser bespannt werden und mit einem oberirdischen Gewässer nicht oder nur zeitweise künstlich verbunden sind.

Glyphosat

Die Anwendung glyphosathaltiger Herbizide gegen Spätverunkrautung vor der Ernte / Sikkation, Anwendung in Wasserschutzgebieten, Heilquellenschutzgebieten sowie Kern- und Pflegezonen von Biosphärenreservaten ist generell verboten. Eine Ausnahmeregelung dazu sieht die Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung nicht vor.

Wenn auf anderen Flächen glyphosathaltige Präparate zum Einsatz kommen sollen, ist vor der Anwendung genau zu prüfen, ob alternativen Maßnahmen zur Unkrautbekämpfung möglich oder zumutbar sind. Das Ergebnis der Prüfung ist nachvollziehbar in der  Schlagkartei zu dokumentieren.

Zur Vorsaat- oder Stoppelbehandlung nach der Ernte dürfen glyphosathaltige Herbizide nur auf Teilflächen mit perennierenden (ausdauernden) Unkrautarten wie Quecke, Acker- Winde und Acker-Kratzdistel oder auf erosionsgefährdeten Flächen angewendet werden. Als perennierende Unkräuter können auch mehrjährige Vorkulturen wie ausdauernde Weidelgrasarten verstanden werden. Die Notwendigkeit der Teilflächenbehandlung ist nachvollziehbar in der Schlagkartei zu dokumentieren.

Zur Vorsaatanwendung ist der flächige Einsatz möglich, sofern das Mulch- oder Direktsaatverfahren (einschließlich Strip Till) angewendet wird. Das bedeutet, dass vor Bestellung der neuen Kultur nicht gepflügt werden darf und eine deutliche  Bdenbedeckung mit organischem Material gegeben sein muss. Beim Vorsaatverfahren darf nach der Glyphosat-Behandlung keine Bodenbearbeitung mehr erfolgen. Eine flächige Glyphosat-Anwendung im falschen Saatbett ist nur im Mulch- und Direktsaatverfahren beziehungsweise auf erosionsgefährdeten Flächen zulässig.

Nicht von den Einschränkungen betroffen sind Anwendungen vor Pflanzung beziehungsweise die Anwendung in Reihenkulturen im Gartenbau (Obstanlagen,  Baumschulen, Wein).

Für die Beurteilung, wann eine Fläche erosionsgefährdet ist, kann einerseits die Kulisse Abschwemmungsgefährdung, andererseits die CC-Kulisse Wind- und Wassererosion zu Rate gezogen werden. Des Weiteren ist eine Beurteilung der konkreten örtlichen Situation erforderlich.

Die Anwendung glyphosathaltiger Herbizide gegen Spätverunkrautung vor der Ernte / Sikkation, Anwendung in Wasserschutzgebieten, Heilquellenschutzgebieten sowie Kern- und Pflegezonen von Biosphärenreservaten ist generell verboten. Eine Ausnahmeregelung dazu sieht die Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung nicht vor.

Wenn auf anderen Flächen glyphosathaltige Präparate zum Einsatz kommen sollen, ist vor der Anwendung genau zu prüfen, ob alternativen Maßnahmen zur Unkrautbekämpfung möglich oder zumutbar sind. Das Ergebnis der Prüfung ist nachvollziehbar in der  Schlagkartei zu dokumentieren.

Zur Vorsaat- oder Stoppelbehandlung nach der Ernte dürfen glyphosathaltige Herbizide nur auf Teilflächen mit perennierenden (ausdauernden) Unkrautarten wie Quecke, Acker- Winde und Acker-Kratzdistel oder auf erosionsgefährdeten Flächen angewendet werden. Als perennierende Unkräuter können auch mehrjährige Vorkulturen wie ausdauernde Weidelgrasarten verstanden werden. Die Notwendigkeit der Teilflächenbehandlung ist nachvollziehbar in der Schlagkartei zu dokumentieren.

Zur Vorsaatanwendung ist der flächige Einsatz möglich, sofern das Mulch- oder Direktsaatverfahren (einschließlich Strip Till) angewendet wird. Das bedeutet, dass vor Bestellung der neuen Kultur nicht gepflügt werden darf und eine deutliche  Bdenbedeckung mit organischem Material gegeben sein muss. Beim Vorsaatverfahren darf nach der Glyphosat-Behandlung keine Bodenbearbeitung mehr erfolgen. Eine flächige Glyphosat-Anwendung im falschen Saatbett ist nur im Mulch- und Direktsaatverfahren beziehungsweise auf erosionsgefährdeten Flächen zulässig.

Nicht von den Einschränkungen betroffen sind Anwendungen vor Pflanzung beziehungsweise die Anwendung in Reihenkulturen im Gartenbau (Obstanlagen,  Baumschulen, Wein).

Für die Beurteilung, wann eine Fläche erosionsgefährdet ist, kann einerseits die Kulisse Abschwemmungsgefährdung, andererseits die CC-Kulisse Wind- und Wassererosion zu Rate gezogen werden. Des Weiteren ist eine Beurteilung der konkreten örtlichen Situation erforderlich.

Naturschutz

In Naturschutzgebieten, Nationalparken, Nationalen Naturmonumenten, Naturdenkmälern sowie gesetzlich geschützten Biotopen dürfen keinerlei Herbizide eingesetzt werden. Zudem ist die Anwendung von Insektiziden unzulässig, die als bienengefährlich (B1 bis B3) oder bestäubergefährlich NN410 eingestuft sind.

Diese Verbote gelten auch für Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung (im Wesentlichen FFH-Gebiete), ausgenommen sind zum Beispiel Flächen zur Saat- und Pflanzguterzeugung.

Für diese Flächen wird der Zeitraum der Vor- und Nachkultur der Vermehrung mit einbezogen. Ebenfalls ausgenommen sind Flächen zum (Erwerbs-) Gartenbau, Obst- und Weinbau sowie Ackerflächen, die nicht als Naturschutzgebiet, Nationalpark, Nationales Naturmonument oder Naturdenkmal ausgewiesen sind. Nicht ausgenommen sind Grünland und Forst.

Zur Abwendung erheblicher landwirtschaftlicher, forstwirtschaftlicher oder sonstiger wirtschaftlicher Schäden sowie zum Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenwelt – insbesondere vor invasiven Arten – sowie zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit von Schienenwegen kann die zuständige Behörde (in Brandenburg: das Landesamt für  Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung) Ausnahmen von den bestehenden Verboten zulassen.

Ausnahmegenehmigungen für glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel dürfen jedoch nicht erteilt werden.

In Naturschutzgebieten, Nationalparken, Nationalen Naturmonumenten, Naturdenkmälern sowie gesetzlich geschützten Biotopen dürfen keinerlei Herbizide eingesetzt werden. Zudem ist die Anwendung von Insektiziden unzulässig, die als bienengefährlich (B1 bis B3) oder bestäubergefährlich NN410 eingestuft sind.

Diese Verbote gelten auch für Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung (im Wesentlichen FFH-Gebiete), ausgenommen sind zum Beispiel Flächen zur Saat- und Pflanzguterzeugung.

Für diese Flächen wird der Zeitraum der Vor- und Nachkultur der Vermehrung mit einbezogen. Ebenfalls ausgenommen sind Flächen zum (Erwerbs-) Gartenbau, Obst- und Weinbau sowie Ackerflächen, die nicht als Naturschutzgebiet, Nationalpark, Nationales Naturmonument oder Naturdenkmal ausgewiesen sind. Nicht ausgenommen sind Grünland und Forst.

Zur Abwendung erheblicher landwirtschaftlicher, forstwirtschaftlicher oder sonstiger wirtschaftlicher Schäden sowie zum Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenwelt – insbesondere vor invasiven Arten – sowie zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit von Schienenwegen kann die zuständige Behörde (in Brandenburg: das Landesamt für  Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung) Ausnahmen von den bestehenden Verboten zulassen.

Ausnahmegenehmigungen für glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel dürfen jedoch nicht erteilt werden.

Weitere Informationen zur Umsetzung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung können nach wie vor in der entsprechenden Präsentation nachgelesen werden, die auf den diesjährigen Winterschulungen für Landwirte und Gärtner vorgestellt worden ist. Sie ist zu finden unter:

Weitere Informationen zur Umsetzung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung können nach wie vor in der entsprechenden Präsentation nachgelesen werden, die auf den diesjährigen Winterschulungen für Landwirte und Gärtner vorgestellt worden ist. Sie ist zu finden unter: