Bienenschutz und Vermeidung von Pflanzenschutzmittel-Rückständen im Honig

Biene an Apfelblüte Biene an Apfelblüte ©LELF

Mit den zu erwartenden höheren Temperaturen stehen erste Pflanzenschutzmaßnahmen in den Winterkulturen und unter Umständen auch in Winterzwischenfrüchten in Vorbereitung der Bestellung von Sommerkulturen an. Dabei ist unbedingt auf den Bienenschutz zu achten.

Von großer Bedeutung ist hier der Schutz von Bienen und weiteren blütenbesuchenden Insekten beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in blühenden Kulturen und bei blühenden Unkräutern. Genauso wichtig ist aber auch die Verhinderung von Rückständen von Pflanzenschutzmitteln im Honig.

Durch den milden Winter 2019 / 2020 sind die meisten Winterzwischenfrüchte wie Senf und Phacelia nicht abgefroren. Bleibt es bei dem milden Witterungsverlauf, werden sie in Kürze zu blühen beginnen und sind damit attraktiv für Honigbienen und andere blütenbesuchende Insekten. Mit steigenden Temperaturen fliegen Bienen aus bis zu 5 km Entfernung in diese Bestände.

Als bienengefährlich (B1) eingestufte Pflanzenschutzmittel dürfen niemals – auch nicht nachts – in blühende Pflanzenbestände ausgebracht werden. Zudem ist sicherzustellen, dass blühende Unkräuter im Pflanzenbestand sowie blühende oder von Bienen beflogene Pflanzen an Feldrändern, Hecken und anderen angrenzenden Bereichen nicht von solchen Pflanzenschutzmitteln getroffen werden. Die Grundsätze der guten fachlichen Praxis im Pflanzenschutz, wie Vermeidung von Abdrift und Beachtung von Windgeschwindigkeit und Windrichtung beim Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln, sind zwingend einzuhalten.

Auch Insektizide mit der Kennzeichnungsauflage NN410, die als bienenungefährlich (B4) eingestuft sind, können negative Auswirkungen auf andere Blütenbesucher haben, die empfindlicher als die Honigbiene reagieren. Ihre Anwendung in die Blüte sollte deshalb vermieden werden oder erst in den Abendstunden erfolgen.

In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass die Behandlung blühender Bestände mit Glyphosat-haltigen Pflanzenschutzmittel zu Rückständen im Honig führen können, die weit oberhalb der zulässigen Rückstandshöchstmengen liegen. Damit ist der Honig nicht mehr vermarktungsfähig. Blühende Bestände, die mit Glyphosat-haltigen Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden, können von den Bienen noch mehrere Tage beflogen werden. Damit wird auch der Wirkstoff von den Bienen in den Honig eingetragen. Winterzwischenfrüchte wie Phacelia und Senf sind für Bienen hoch attraktive Trachtpflanzen!

Um künftig Glyphosatrückstände im Honig zu verhindern, dürfen blühende Winterzwischenfrüchte nicht mit Glyphosat–haltigen Herbiziden abgespritzt werden. Diese Kulturen sind durch eine mechanische Bodenbearbeitung zu räumen. Sollte das Vorhandensein von Dauerunkräutern eine Herbizidbehandlung erforderlich machen, ist der Bestand vor der Behandlung abzuschlägeln.

Das Abspritzen von blühenden Kulturbeständen mit Glyphosat-haltigen Mitteln entspricht nicht der guten fachlichen Praxis im Pflanzenschutz.

Achtung! Auch andere Flächen, auf denen sich blühende Pflanzen befinden, die als Bienentracht in Frage kommen, nicht mit Glyphosat-haltigen Pflanzenschutzmitteln behandeln! Das gilt auch für Baumstreifen im Obst- und Weinbau sowie im Baumschulbereich, auf denen sich eine große Anzahl blühender Unkräuter befindet!

Eine gute Kommunikation zwischen Landwirten und Imkern hilft, Schäden vorzubeugen!

Letzte Aktualisierung: 10.03.2020

Kontakt

Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung
Frankfurt (Oder)

Allgemeiner Pflanzenschutz
Dr. Jens Zimmer
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