Arbeitsergebnisse zum Nitratprojekt in Brandenburg

Grundwassermessstelle Grundwassermessstelle © LELF

Anknüpfend an erste Erfahrungen aus einem Pilotprojekt im Havelland wurden im Land Brandenburg Untersuchungen im Umfeld zu elf Grundwassermessstellen mit Überschreitungen des Grenzwertes von 50 mg/l Nitrat, langjährigen Messreihen und landwirtschaftlicher Nutzung im Einzugsgebiet durchgeführt. Ermöglicht wurden die Untersuchungen durch die Bereitstellung finanzieller Mittel durch das  Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft, so dass sehr umfangreiche Auswertungen von möglichen Altlasten im Einzugsbereich der Messstellen, Fruchtfolgen, Erträgen, Düngungsmaßnahmen und Nährstoffvergleichen auf Schlagebene im Zeitraum 2010 bis 2016 erfolgen konnten. Im Ergebnis einer Ausschreibung im Herbst 2016 wurde der Auftrag an die Landwirtschaftliche Beratung der Agrarverbände Brandenburg (LAB GmbH) vergeben.

Ganz bewusst wurde bei der Bearbeitung des Projektes ein fachübergreifender Ansatz unter Berücksichtigung geologischer, hydrologischer, hydrochemischer und landwirtschaftlicher Gesichtspunkte gewählt. Von Anfang an wurden die betroffenen Landwirte im Einzugsbereich der Messstellen, der Bauernverband, in den Kreisen die Landwirtschaftsämter und Unteren Wasserbehörden sowie die zuständigen Landesbehörden LELF und LfU einbezogen.

Das Projekt startete mit der Durchführung von Auftraktveranstaltungen in den betroffenen Regionen. Herr Lübcke vom LELF stellte die gesetzlichen Grundlagen des Projektes vor. Durch Frau Oelze vom Landesamt für Umwelt (LfU) erfolgten umfangreiche Ausführungen zu den geologischen, hydrologischen und hydrochemischen Verhältnissen im Umfeld der Grundwassermessstellen in der auch die Messreihen zur Nitratbelastung der einzelnen Messstellen vorgestellt wurden. Herr Scheibe von der LAB GmbH erläuterte  die geplante Vorgehensweise bei der Datenerfassung in den landwirtschaftlichen Unternehmen vor. Im Rahmen der anschließenden Diskussion und bei der Befahrung der Messstellen bestand für die Landwirte die Möglichkeit ihre Kenntnisse der Region und von möglichen Altlasten einzubringen. Auch im Rahmen der umfangreichen Datenerhebungen arbeiteten sie sehr kooperativ mit allen Mitgliedern der Arbeitsgruppe zusammen. Im weiteren Untersuchungsverlauf wurden zur Klärung möglicher Altlastenbeeinflussungen durch das LfU zusätzliche Rammkernsondierungen (direct-push-Untersuchungen) an einigen Messstellen beauftragt.

Im August diesen Jahres wurden die Ergebnisse des Projektes den betroffenen Landwirten in Auswertungsveranstaltungen in den Regionen zusammen mit der zwischenzeitlich erarbeiteten Brandenburgischen Verordnung über besondere Anforderungen an die Düngung in belasteten Gebieten vorgestellt und diskutiert. Darüber hinaus sind die Erkenntnisse aus dem Nitratprojekt bei der Ausweisung der nitratbelasteten Gebiete in Brandenburg berücksichtigt worden.

Positiv kann festgestellt werden, dass es in den im Rahmen des Projektes untersuchten Gebieten zu keinen Verstößen gegen den in dieser Zeit gültigen Rechtsrahmen DüV 2007 gekommen ist. Dennoch kann an sieben von elf im Rahmen des Nitratprojektes untersuchten Messstellen eine landwirtschaftliche Beeinflussung des ersten Grundwasserleiters nicht ausgeschlossen werden, während an weiteren vier Messstellen andere Ursachen wie beispielsweise Altlasten wahrscheinlich ausschlaggebend sind.

Letzte Aktualisierung: 15.11.2019

Kontakt

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Düngung
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Bodenschutz
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