4. Paulinenauer Dünge- und Bodentag mit hoher Beteiligung

Dünge und Bodentag 2019

Teilnehmer des Düngetages auf dem Feld © LELF

Das Referat Ackerbau und Grünland führte am 4. Juni 2019 seinen diesjährigen Dünge- und Bodentag durch. Trotz der fast tropischen Temperaturen konnten die Organisatoren mehr als 100 Teilnehmer aus allen Regionen Brandenburgs und auch aus angrenzenden Bundesländern begrüßen. Anlass bot dazu, neben der Möglichkeit der Besichtigung der Feldversuche, ein vielschichtiges interessantes Fachprogramm. Die Veranstaltung wurde in den historischen Kontext „70 Jahre Düngeversuche in Paulinenaue“ gestellt. Am 01.06.1949 wurde durch Prof. Eilhard Alfred Mitscherlich das „Institut zur Steigerung der Pflanzenerträge“ der Akademie der Wissenschaften in Paulinenaue gegründet. Das wissenschaftliche Wirken des international renommierten Agrarforschers  konzentrierte sich neben vielen anderen Fragestellungen vorrangig auf die Erforschung der Zusammenhänge zwischen Nährstoffangebot und Ertragsbildung. Dazu führte er eine Vielzahl von praktischen Untersuchungen, in den nach ihm genannten Gefäßen bzw. Feldversuchen durch. Daneben bot ein zweites Jubiläum Gelegenheit, sich der fachlichen Leistungen früherer Generationen zu erinnern. 1959 wurde in Groß Kreutz (Havel) durch das Institut für Düngungsforschung der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften der  Dauerfeldversuch P 60 zu Auswirkungen von organischer und mineralischer Düngung auf Erträge sowie Humusbildung angelegt. Dieser Versuch wird noch heute durch das LELF betreut und weitergeführt. Er hat nichts von seiner Aktualität eingebüßt und liefert gerade unter dem Gesichtspunkt der notwendigen Begrenzung des Stickstoff Einsatzes und einer Verbesserung der Humusbilanz unserer Böden wichtige Informationen.

Zu Beginn der Veranstaltung richtete die Staatssekretärin im Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft, Frau Dr. Schilde, ein Grußwort an die Teilnehmer. Neben aktuellen Fragen der Agrarpolitik widmete sie sich vor allem der Landesverordnung zur Umsetzung des Düngerechtes in Brandenburg. Die dazu bisher vorgenommenen Untersuchungen und Abstimmungen bieten eine gute Grundlage, durch landwirtschaftliche Bewirtschaftung verursachte erhöhte Nitrateinträge im Grundwasser zu reduzieren.

Im ersten Fachbeitrag stellte Dr. Frank Hertwig einige Düngeversuche der Anfangsjahre der wissenschaftlichen Tätigkeit des Institutes in Paulinenaue vor. Dr. Hertwig schlug in seinem Vortrag den Bogen zu aktuellen Untersuchungen und Fragestellungen und stellte die Planungen zur Entwicklung des Standortes Paulinenaue mit einem neuen Büro- und Versuchsgebäude vor. Frau Petra Bodenstein vom Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft informierte in ihrem Beitrag die Teilnehmer über aktuelle Entwicklungen im Düngerecht. Das betrifft sowohl notwendige Maßnahmen zur Umsetzungen der aktuellen Düngeverordnung im Bereich von Grundwasserkörpern mit erhöhten Nitratwerten, als auch die Gespräche zwischen der Bundesministerium und den Bundesländern zur Weiterentwicklung entsprechend der Forderung der EU Kommission. Jörg Zimmer vom LELF stellte Ergebnisse aus 60 Jahren Dauerfeldversuchen zum Einsatz organischer und mineralischer Düngung vor. Er legte den Schwerpunkt vor allem auf die Stickstoffeffizienz bei unterschiedlicher Düngeintensität. Die Ergebnisse verdeutlichten einmal mehr, welche Bedeutung empirische Versuche für die substanzielle Weiterentwicklung des Fachrechtes besitzen. Gerade im Bereich der Humuswirtschaft, Schwerpunkt der vom LELF betreuten Dauerfeldversuche, sind in Deutschland verfügbare Kompetenzen in dramatischer Weise zurückgegangen. Im abschließenden Vortrag stellte Dr. Axel Behrend, Leiter der Forschungsstation Paulinenaue des Leibnizzentrums für Agrarlandschaftsforschung, Untersuchungen vor, wie sie in der Grundwasserlysimeterstation Paulinenaue durchgeführt werden können. Sie gehört zu den größten, die in Europa verfügbar sind. Es bestehen vielfältige Möglichkeiten unterschiedliche Kombinationen von Niederschlag, Bodenart, Pflanzenkultur  und Düngung zu prüfen und  damit sowohl Informationen in landwirtschaftlichen Fragen oder Umweltaspekten zu gewinnen.

Der anschließende Rundgang auf dem Versuchsfeld war  eine gute Gelegenheit zur Diskussion und zum Erfahrungsaustausch. Die vorgestellten Versuche zur Stickstoff- oder Phosphordüngung sowie zur Humusreproduktion und zum Ökolandbau boten ein anregendes Podium zwischen Praxis, Verwaltung und Wissenschaft.  

Letzte Aktualisierung: 12.06.2019

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Landwirtschaft
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