Tierschutz rund um das Pferd

Pferde OffenstallhaltungPferde Offenstallhaltung ©LELFHerr von Langermann (Geschäftsführer Pferdezuchtverband Brandenburg-Anhalt e.V.) stellte die wichtigsten Handlungsempfehlungen der Arbeitsgruppe Pferd - die neben weiteren sechs Facharbeitsgruppen zur Erstellung und zur Unterstützung der Umsetzung des Brandenburger Tierschutzplans gebildet wurde - vor. Schwerpunkte wurden in die Haltungsbedingungen, Kennzeichnung, Ausbildung, Transport und Tiergesundheit gesetzt. Großes Augenmerk wurde auf die Verbesserung der Weiterbildung und Sachkunde gelegt. Das Tierschutzgesetz fordert, dass jeder der ein Pferd hält die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten zur Ernährung, Pflege und die verhaltensgerechte Unterbringung hat. Derzeitig darf sich jeder ein Pferd kaufen, ob sachkundig oder nicht. Deshalb fordert die Arbeitsgruppe den verbindlichen Sachkundenachweis für Pferdebesitzer. Mit dem erarbeiteten Merkblatt mit relevanten Informationen rund um das Pferd sowie Ansprechpartnern für Lehrgänge, Seminare und Demonstrationsbetriebe wurde ein Anfang gemacht. Der Gutshof Langerwisch (Potsdam-Mittelmark) und der Galgenberghof in Müncheberg (Märkisch Oderland) wurden als Demonstrationsbetriebe für gute Haltungsbedingungen ausgewählt. Weitere wesentliche Empfehlungen der Arbeitsgruppe sind:

-          eine mehrstündige freie Bewegung in allen drei Grundgangarten ist zu ermöglichen

-          mindestens drei Mal täglich Zugang zu sauberem Wasser

-          die Zeiträume zwischen dem Zugang zu Raufutter sollten 4 Stunden nicht überschreiten

-          alleinige Einzäunung mit Stacheldraht oder Knotengitter sollte verboten werden

-          ab 01.01.2019 ist die Kennzeichnung in Brandenburg nur mittels Transponder-Implantation (Mikrochip) zulässig

-          das Alter bei Ausbildungsbeginn sollte mindestens 30 Monate betragen, wobei die Physiologie des Pferdes ausschlaggebend ist

 

Der Vortrag von Frau Manuela Wulf (Graf-Lehndorff-Institut für Pferdewissenschaften) unterstrich die Empfehlung der Arbeitsgruppe zur alleinigen Transponder-Implantation und den Verzicht auf den Heißbrand. Wissenschaftliche Untersuchungen der Stressreaktionen beider Methoden sowie die deutlich bessere Ablesbarkeit von Mikrochips machen das deutlich.

 

Pferdehaltung und Pferdesport stehen im Fokus der Öffentlichkeit – manchmal nicht nur im positiven Licht. Die Öffentlichkeit besteht hierbei meist aus Laien, denen ein fundiertes Grundwissen über das Pferd, seine Ausbildung sowie Nutzung fehlt. Herr Dr. Karsten Zech (Fachtierarzt im Pferdegesundheitsdienst, Oldenburg) machte in seinem Referat sehr eindrucksvoll und mit hoher Sachkunde deutlich, dass der verantwortungsvolle Umgang mit dem Pferd in Haltung, Zucht und Sport für die Zukunft entscheidend sein wird. Er ging auf tierschutzrechtliche Probleme, haltungsbedingte Verletzungsgefahren in Boxen- und Gruppenhaltung, pferdegerechte Einzäunung, Witterungsschutz und tierschutzrelevante Themen bei der Ausbildung und sportlichen Nutzung von Pferden ein. Großes Augenmerk legte er auf die Bedeutung der Leitlinien der Pferdehaltung (BMEL 2009). Obwohl diese keine Rechtsgrundlage sind, bilden sie seit vielen Jahren die Grundlage der amtlichen Einschätzung einer fachgerechten Pferdehaltung. Derzeitig werden die Leitlinien durch ein unabhängiges Expertengremium überarbeitet.

 

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine praktische Demonstration der artgerechten Ausbildung von Pferden verschiedener Altersgruppen unter kompetenter Anleitung und Moderation durch Herrn Jörg Ladwig (Bereichsleiter Aus- und Weiterbildung, Brandenburgisches Haupt- und Landgestüt Neustadt (Dosse).

Letzte Aktualisierung: 21.11.2018

Kontakt

Landesamt für Ländliche Entwicklung,
Landwirtschaft und Flurneuordnung
Groß Kreutz (Havel)


Tierzucht
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