Vorsicht bei der Spätbehandlung mit glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln

Kornblume Kornblume ©LELF

Zur Vermeidung von Rückstandshöchstmengenüberschreitungen in Honig sollten Pflanzenbestände mit blühenden Trachtpflanzen für Bienen nicht mit glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln (z. B. Roundup-Präparate, Dominator 480 TF, Touchdown Quattro, Taifun forte, Kyleo, Durano TF, Glyfos TF Classic und weitere) behandelt werden. Das gilt beispielsweise für Spätbehandlungen in von stark mit Kornblume durchsetzten Getreidebeständen bzw. das Abspritzen blühender Zwischenfrüchte, die von den Bienen als Tracht angeflogen werden. Mit glyphosathaltigen Herbiziden behandelte Bestände können auf Grund der langsamen Wirkung von Glyphosat noch mehrere Tage für Bienen attraktiv sein.

Auch in anderen Kulturen (Raps, Leguminosen usw.) soll bei blühendem Unkrautdurchwuchs oder nachblühender Kultur eine Vorerntebehandlung mit glyphosathaltigen Herbiziden unterbleiben.

Des Weiteren müssen die Anwendungsbestimmungen zur Sikkation und zur späten Unkrautbekämpfung konsequent beachtet werden. Diese lauten im Getreide in Abhängigkeit von Pflanzenschutzmittel und der konkreten Indikation wie folgt:

  • WA700          Eine Anwendung ist nur auf Teilflächen erlaubt, auf denen aufgrund von Unkrautdurchwuchs in lagernden Beständen oder von Zwiewuchs in lagernden oder stehenden Beständen eine Beerntung nicht möglich ist.
  • WA701          Eine Anwendung ist nur auf Teilflächen erlaubt, auf denen aufgrund von Unkrautdurchwuchs in lagernden Beständen eine Beerntung nicht möglich ist.
  • WA702          Eine Anwendung ist nur auf Teilflächen erlaubt, auf denen aufgrund von Zwiewuchs in lagernden oder stehenden Beständen eine Beerntung nicht möglich ist.

Ein starker Unkrautdurchwuchs allein rechtfertigt also grundsätzlich noch keine Spätbehandlung! Beim Auftreten von Zwiewuchs ist eine Glyphosat-Anwendung nur dann erlaubt, wenn ansonsten die Ernte nicht möglich ist. Der Durchwuchs einer anderen Getreideart (z. B. Roggen in einem Gerstenbestand) ist nicht als Zwiewuchs anzusehen!

Eine Spätbehandlung mit Glyphosat-Herbiziden allein zur Terminierung des Erntezeitpunktes ist verboten.

Letzte Aktualisierung: 25.06.2018

Kontakt

Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung
Frankfurt (Oder)

Allgemeiner Pflanzenschutz
Dr. Jens Zimmer
email an Dr. Zimmer
Tel.: 0335 / 60676 2105
Fax: 0331 / 27548 3575