Billige Pflanzenschutzmittel aus Polen können teuer werden!

Pflanzenschutzmittelflasche aus Polen Pflanzenschutzmittelflasche aus Polen ©LELF

Schon das Mitbringen einer Packung Pflanzenschutzmittel aus dem Nachbarland Polen kann nach dem Pflanzenschutzgesetz als Ordnungswidrigkeit eingestuft und mit einem Bußgeld bis zu 50.000,-€  geahndet werden. Hinzu kommen die Kosten für die fachgerechte Entsorgung, die gegenüber dem Pflanzenschutzdienst nachzuweisen ist.

Um die Sicherheit für Anwender und Umwelt zu gewährleiten, regelt das seit 2012 geltende Pflanzenschutzgesetz, wann und wie ein Pflanzenschutzmittel in Deutschland eingesetzt werden darf. Grundsätzlich muss das Pflanzenschutzmittel in Deutschland zugelassen und mit allen geforderten Informationen zur Anwendung in deutscher Sprache versehen sein.

 Aus diesem Grund ist es nicht erlaubt, einfach ein in einem anderen EU-Staat erworbenes Pflanzenschutzmittel im eigenen Garten einzusetzen, selbst wenn dieses im anderen Land für den entsprechenden Bereich zugelassen und geprüft ist.

Die deutsche Kennzeichnung ist die Grundlage der sachgerechten Anwendung und der Einhaltung der teils sehr umfangreichen und detaillierten Anwendungsbestimmungen für Pflanzenschutzmittel. Zusätzlich wird so sichergestellt, dass die spezifisch für Deutschland zum Schutz der Natur und der Anwender festgelegten Bestimmungen bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln bekannt sind und eingehalten werden können.

Die einzige Möglichkeit ein Pflanzenschutzmittel z.B. aus Polen in Deutschland einzusetzen, ist die Beantragung einer sogenannten Parallelhandelsgenehmigung beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Diese wird nur erteilt, wenn es in Deutschland ein zugelassenes „baugleiches“ Pflanzenschutzmittel gibt -  das deutsche Mittel  gilt dann als Referenzmittel und alle  Bestimmungen zur Anwendung müssen in die Kennzeichnung des importierten Mittels einfließen. Auf der Website des BVL werden die Kosten für einen solchen Antrag mit 200 - 2000 € angegeben. Unter der zugeteilten Parallelimportnummer darf jedoch nur der Antragsteller dieses Pflanzenschutzmittel importieren und gegebenenfalls nach ausreichender deutscher Kennzeichnung weiterverkaufen.

Ansprechpartner: Frau Johanna Hahn, Telefon: 0335 60676 2149

Letzte Aktualisierung: 14.06.2018