Brandenburger Ziegen- und Milchschaftag 2017

Großes Interesse am Brandenburger Ziegen- und Milchschaftag 2017

© Anja Peters

Ende des Jahres 2017 fand in der Milchwirtschaftlichen Lehr- und Untersuchungsanstalt (MLUA) in Oranienburg der diesjährige Ziegen- und Milchschaftag statt. Zirka 50 Teilnehmer, auch aus Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein, folgten der Einladung.

Der  Vortragsteil wurde von Andreas Kern (Berater für kleine Wiederkäuer bei Bioland) eröffnet. Er referierte über den Einfluss der Aufzuchtintensität auf das Leistungsvermögen im Erwachsenenalter. Bei der Haltung milcherzeugender Ziegen und Schafe liegt der Focus beim Management naturgemäß auf den ausgewachsenen, milchgebenden Tieren. Oft gerät dabei die Pflege und Betreuung der Nachzucht aus dem Blick. Das Niveau der Aufzucht hat jedoch einen entscheidenden Einfluss auf die spätere Milchleistung. Eine Studie bei Milchrindern zeigte im Mittel der intensiv aufgezogenen Kälber eine um 773 Liter höhere Milchmengenleistung in der ersten Laktation im Vergleich zu extensiv aufgezogenen Kälbern. 

Im zweiten Beitrag präsentierte Dr. Karl-Heinz Kaulfuss eine umfassende Übersicht zur Rolle der Mineralstoff- und Spurenelementversorgung bei Ziegen und Milchschafen. Der Bedarf variiert mit Gewicht, Leistungsstadium und Anzahl der Lämmer. Während der Laktation verlassen große Mengen an Mineralstoffen das Tier über die Milch. Dementsprechend ist die Fütterung anzupassen. Der Mineralstoff- und Spurenelementgehalt im Futter variiert mit dem Standort (Boden- und Gesteinsart, Lage zum Meer – insbesondere bei Jod), mit dem Vegetationsstadium und den Pflanzenteilen. Ziegen nehmen deutlich mehr Blatter und Stängel  beziehungsweise Strauchwerk als Schafe auf und somit auch mehr Spurenelemente. Den Versorgungsstatus bestimmt man direkt am Tier am besten über die Analyse von Blutplasmaproben oder anhand von Proben aus der Leber oder Knochen. Mängel in der Versorgung sind eher über direkte Ergänzung mittels Mineralstoffmischung zu beheben als indirekt über eine Bodendüngung. Über die Aufnahme von Boden wie zum Beispiel an Maulwurfshaufen wird ein Teil der Spurenelementversorgung gesichert.

Im dritten Vortrag berichtete Herr Helmecke über seine Tätigkeit im MLUA. Hier wird eine Vielzahl von Aufgaben wahrgenommen. Dies reicht von der Aus- und Weiterbildung für den in der Milchwirtschaft tätigen Personenkreis, über experimentelle Tätigkeiten bis hin zur Güteprüfung von Milch und Milchprodukten. Herr Helmecke berät Direktvermarkter in Brandenburg bezüglich

  • der Abstellung aufgetretener Qualitätsmängel bei den Produkten,
  • der Entwicklung neuer Produkte,
  • dem Neu- und Ausbau von Produktionsräumen und
  • der Maschineninvestitionen.

© Anja Peters Monatlich einmal müssen die Erzeuger jeweils eine Probe je Produkt an das MLUA zur Qualitätsprüfung einsenden. Auftretende Mängel betreffen i.d.R. Abweichungen vom geforderten mikrobiologischen und sensorischen Standard. Diese resultieren zum Teil aus baulichen Problemen (Baufehler, bauliche Enge, mangelnde Instandhaltung), technischen Mängeln (alte Maschinen, unzureichende Wartung)  sowie zu geringen Arbeitskapazitäten.

Herr Helmecke führte abschließend durch die Milchverarbeitungsanlage der Lehrmolkerei. Hier werden alle Prozesse der Milchverarbeitung, wie diese in der  Milchindustrie angewandt werden, im kleinen Maßstab in der Facharbeiterausbildung demonstriert.

Unser besonderer Dank gilt Herrn Axel Helmecke  und seinen Mitarbeiterinnen für  die Vorbereitung der Tagungsräume  sowie für die Gestaltung eines angenehmen Umfeldes für die Tagungspausen. 

Die Vorträge finden Sie als PDF-Dateien unter www.schafzuchtverband-berlin-brandenburg.de (Button Aktuelles/Ziegen- und Milchschaftag).

Letzte Aktualisierung: 18.01.2018

Kontakt

Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung
Groß Kreutz (Havel) 

Schaf- und Ziegenhaltung
Dr. Michael Jurkschat
email an: Michael Jurkschat
Tel:  033207 / 530 43
Fax: 033207 / 530 21