Kreuzkräuter auf Grünlandflächen in Brandenburg

Gefahr für Weidetiere

Zeichnung des Jakobskreuzkrautes Jakobskreuzkraut (Senecio jacobea) © www.biolib.de

Alle Kreuzkrautarten enthalten Pyrrolizidinalkaloide (PA), die insbesondere leberschädigend sind. In Tierversuchen wurden gentoxische Wirkungen nachgewiesen, die zur Krebsentwicklung führten. Giftig ist die gesamte Pflanze, besonders Blüten und Jungpflanzen. Die Vergiftung wird auch als Seneciose oder Schweinsberger Krankheit bezeichnet.

Bei Pferden treten zuerst zentralnervöse Störungen, bei Rindern zuerst Verdauungsstörungen auf. Die Giftstoffe sind auch nach Trocknung oder Silierung noch wirksam. Die Tiere können die Giftpflanzen dann auch kaum noch meiden, da sie mit den anderen Arten stärker vermengt sind. 
                              
Pyrrolizidinalkaloide
sind  Akkumulationsgifte, d.h. sie werden nicht ausgeschieden und sammeln sich während der gesamten Lebenszeit im Tier an. Für die Stärke der Giftwirkung ist die gesamte aufgenommene Dosis maßgeblich.

Zeichnung des FrühlingskreuzkrautesNeues Fenster: Bild vergrößernFrühlingskreuzkraut © www.biolib.de„2007 hat das Amt für Risikobewertung das in der EU geltende Toleranzprinzip für Lebens- und Futtermittel diskutiert. Dieses Prinzip wird  angewendet, wenn nach dem Stand der Wissenschaft  und bei unzureichenden toxikologischen Daten bei z.B. kanzerogenen und/oder mutagenen Verbindungen keine Grenzwerte ableitbar sind. In dieser Bewertung wird darauf verwiesen, dass explizit für PA diese Sachlage zutrifft und daher grundsätzlich Nulltoleranz zu fordern ist, da durch Kontamination mit nicht unerheblichen Mengen an PA  … eine gesundheitliche Gefährdung besteht  (Dr. H. Wiedenfeld, Universität Bonn).“

Beide Arten sind gelbblühende Korbblütler mit gelappten Blättern, die nach dem Zerreiben unangenehm riechen. Jakobskreuzkraut wird etwa 30 – 100 cm hoch, nur die Blattunterseite ist schwach behaart. Frühlingskreuzkraut wird nur 15 – 45 cm hoch. Die Blätter sind dicht spinnwebig behaart.

Jakobskreuzkraut (Senecio jacobea) und Frühlingskreuzkraut (Senecio vernalis) wachsen auf ähnlichen Standorten. Sie bevorzugen mäßig trockene Standorte und sind auf Brachen, Ruderalstellen, Wegrändern, Böschungen und auf extensiv genutztem Grünland zu finden.

Lückige Bestände sowie die Ausbildung und darauffolgende Verbreitung reifer Samen durch den Wind fördern die Ausbreitung dieser giftigen Unkräuter in besonderem Maße.

Der Etablierung und Erhaltung dichter Grünlandbestände kommt daher besondere Bedeutung zu. Wichtig sind hierzu insbesondere:

  • Auswahl standortgerechter Grünlandmischungen
  • sachgemäße Nutzung und Pflege der Bestände
  • keine Überbeweidung
  • rechtzeitige Nachmahd bei Beweidung
  • regelmäßige Nachsaat 

  

 

Letzte Aktualisierung: 27.05.2016

Kontakt

Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung

Grünland- und Futterwirtschaft
Dr. Irene Baeck
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